Über mit Teilnahmslosigkeit verwechselte Ratlosigkeit am Beispiel der Krim-Krise

“Steinmeier ist jetzt Braunmeier, ansonsten bleibt alles beim Alten. Es lebe der faschistische Putsch in der Ukraine!”

Ich sehe von meinem Reader auf und blicke in das Gesicht eines Verkünders. Ich sitze in einem Zug, der Zug steht am Berliner Hauptbahnhof, der Mann ist vor 10 Sekunden eingestiegen. Es ist Montag, es ist früh am Morgen. Ich brauche einige Sekunden, bevor ich geistig bei ihm bin. Zu lange. Der Mann hat sich bereits von mir abgewendet und macht sich auf zum nächsten Waggon. Auch dort verkündet er lauthals seine Botschaft, damit sie jeder vernimmt. Allein sein überlegenes Grinsen unterscheidet ihn von einem Marktschreier. Dieses Grinsen in seinem Gesicht hat mich gestört, noch bevor ich verstanden habe, worum es dem Verkünder geht. Offen gestanden habe ich das immer noch nicht verstanden.

Ich sehe in die Gesichter der anderen Reisenden. Gemäß einer stummen Absprache setzt kollektiv abschätziges Gekicher und Geschnaube ein, sobald sich die Wagontür hinter dem Verkünder schließt. Eine fein frisierten Frau murmelt: “Armer Trottel.” Könnte auch sein, dass ich der Trottel bin, denke ich. Oder sie mit ihren perfekten Haaren. Oder wir alle. Über mit Teilnahmslosigkeit verwechselte Ratlosigkeit am Beispiel der Krim-Krise weiterlesen

Telekom ActiveSync auf Windows Phone 8 – eine Schatzkarte

Obacht: Es folgt eine verquaste Technik-Bedienungsanleitung für Nerds, die weder auf diesen Blog noch zu seinem Autor passt, jedoch geheimes Wissen verkündet, welches unbedingt der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden muss. Telekom ActiveSync auf Windows Phone 8 – eine Schatzkarte weiterlesen

10 Sätze über die nötige Revision öffentlicher Urteile

“Ich kommentiere natürlich Gerichtsentscheidungen nicht, kann aber sagen: Die Tatsache, dass Hoeneß jetzt dieses Urteil so angenommen hat, nötigt mir hohen Respekt ab.”, sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern in Münchener Pressemikrofone. Auch Seehofer, Seibert und Beckenbauer sind ganz ergriffen von dieser – wovon eigentlich? Von dieser Selbstverständlichkeit würde ich sagen: Ein Gericht fällt nach einem fairen, genau beobachteten und offenbar einwandfreien Prozess ein Urteil und der Verurteilte nimmt es hin. Was bitte soll er denn sonst tun? 10 Sätze über die nötige Revision öffentlicher Urteile weiterlesen

Gehabt, nun gut: 70 Dinge weniger

Seit 1. Januar trenne ich mich jeden Tag von (mindestens) einem Gegenstand. (Hier & deshalb.) Dies ist mein zweiter Zwischenbericht (Das ist der erste).

Letzte Woche habe ich beim Zähneputzen von meinem Badfenster aus beobachtet, wie die Bäume im Innenhof zurückgeschnitten wurden. Ich fand es sehr brutal zu sehen, wie sich die motorgetriebenen Ketten durch die Rinde der Äste bis ins Mark vorfressen und auf der anderen Seite wieder heraus. Es machte mich traurig zu sehen, wie die Äste knarzend zu Boden stürzen und die Zweige auf dem Pflaster brachen. Die zum Vorschein kommenden kreisrunden Flächen hellen Holzes sehen immer noch wie Wunden aus. Ich weiß, dass Bäume hin und wieder zurückgeschnitten werden müssen, wenn man ein halbherziges Wuchern in alle möglichen Richtungen verhindern will. Ich weiß sogar, dass Anfang März reichlich spät für den Baumschnitt ist. Und trotzdem konnte ich das nicht richtig finden. Wer hat den bitte zu entscheiden, welcher Ast wohin wuchern darf? Doch bitte der Baum, oder? Gehabt, nun gut: 70 Dinge weniger weiterlesen