<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kopfkompass</title>
	<atom:link href="http://kopfkompass.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kopfkompass.de</link>
	<description>alle Richtungen</description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 Apr 2013 06:50:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=</generator>
		<item>
		<title>Warum &#8220;Hätte ich bei dir gar nicht gedacht!&#8221; kein Kompliment ist</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/04/warum-hatte-ich-bei-dir-gar-nicht-gedacht-kein-kompliment-ist/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/04/warum-hatte-ich-bei-dir-gar-nicht-gedacht-kein-kompliment-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 06:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Rollen]]></category>
		<category><![CDATA[coming-out]]></category>
		<category><![CDATA[outing]]></category>
		<category><![CDATA[schwul]]></category>
		<category><![CDATA[Schwule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1628</guid>
		<description><![CDATA[Ich dulde nicht, dass jemand glaubt, Schwule würde man an rosa Oberhemden erkennen. Und ich lasse mir die Borniertheit eines unreflektierten Schwulenbildes nicht als Sympathiebekundung verkaufen.  <a href="http://kopfkompass.de/2013/04/warum-hatte-ich-bei-dir-gar-nicht-gedacht-kein-kompliment-ist/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Coming Outs habe ich mir abgewöhnt. Ich erspare mir so viele Peinlichkeiten und Albernheiten und bin ein zufriedenerer Mensch. Im Gegenzug nehme ich billigend in Kauf, für hetero gehalten zu werden, bis mein Gegenüber realisiert, dass ich es nicht bin.</p>
<p>Meist passiert das sehr beiläufig. Zum Beispiel, wenn Kollegen vom Wochenende mit ihrer Frau erzählen und ich vom Wochenende mit meinem Mann. Oder wenn Kolleginnen über den Sex-Appeal von Bradley Cooper verhandeln und ich mich dazu adäquat äußern kann. Oder wenn jemand das 2-Männer-mit-Hund-Foto auf meinem Handy-Sperrbildschirm bemerkt. Das Schöne an dieser Meta-Kommunikation ist: Es muss nicht darüber gesprochen werden. Wozu auch? Mein Begehren ist erstens nicht zu diskutieren, weil es zweitens meine Sache ist und drittens keine große. Zudem verlangen verbalisierte Reaktionen oft ein Höchstmaß an Selbstbeherrschung von mir.</p>
<p>Die beliebteste Reaktion nämlich ist:<span id="more-1628"></span> „Echt? Das hätte ich jetzt bei dir gar nicht gedacht.“ Gern garniert mit staunend hochgezogenen Augenbrauen und den leicht geöffneten Lippen jovialer Überraschung.</p>
<p>Als eine junge Frau, die ich neulich kennenlernte, dieses Schauspiel aufführte, kam mir das altbewährt-deeskalierende: „Tja! Ist aber so.“ nicht über die Lippen. Übermütig fragte ich sie stattdessen, wie ich denn sein müsste, damit sie mich als schwul einsortieren würde. Zur Strafe wurden mir die dunkelsten Homo-Klischees der 1990er Jahre mitten ins Gesicht gesprochen: Exaltiertes Benehmen (sie hat &#8220;mädchenhaft&#8221; gesagt), abgespreizter Finger beim Kaffeetrinken, Singsangstimme. Aus dem zungengepiercten Mund einer Person, die zehn Jahre jünger ist als ich. Und der auf Nachfrage bekannte, dass das mit ihm verbundene Gehirn sich Schwule so vorstellt, „wie man sie eben aus dem Fernsehen kennt“.</p>
<p>Um die Gesprächspause, die entstand, als ich innerlich bis zehn zählte, zu überbrücken, schob sie nach, dass sie das ja gut fände. Also, dass man es nicht so merkt bei mir. Und dass sie natürlich kein Problem mit Schwulen habe. Im Gegenteil. Natürlich.</p>
<p>Die Sache ist die: Ich gebe mir große Mühe, ich selbst zu sein. Wie jeder wäre ich in manchen Bereichen gern anders. Ich bin nicht &#8220;tuckiger&#8221; als ich bin, aber wenn ich es wäre, wäre ich es mit Leidenschaft. Außerdem hätte ich gern dieses top-gepflegte Äußere, mit dem die Schwulen in den Soaps morgens aus dem Bett steigen. Leider muss ich immer weinen, wenn ich versuche, meine zusammengewachsenen Augenbrauen zu zupfen. Weil ich es nicht richtig finden kann, mir Schmerzen zuzufügen, lasse ich es. Zu gern hätte ich dieses unfassbare Händchen für Stil und Mode, wie die Schwulen in den Shows. Aber weil ich in Kaufhäusern unter akutem Fratzenalarm leide, trage ich seit ungelogen zehn Jahren das immer gleiche Hosenmodell, das ich bequem im Internet bestellen kann, weil ich genau weiß, welche Größe ich brauche. Ich hätte auch gegen diesen gestählten Body nichts einzuwenden, ohne den kein TV-Schwuler auskommt, ohne den ich aber wohl mein Lebtag werde auskommen müssen, weil mir der Elan und die Disziplin für das hierfür nötige Training so unvorstellbar fremd sind, wie der Geruchssinn meiner Hündin.</p>
<p>Kann ich aber bitte trotzdem als Schwuler wahrgenommen werden? Ich bin nämlich ein Schwuler. Und ich möchte mich bitte nicht permanent verstellen müssen, um das auch überzeugend zu verkörpern.</p>
<p>Okay, Kompromissvorschlag: Ich sehe ein, dass wir <del>Vorurteile</del> Grundannahmen brauchen, um unseren Alltag zu sortieren. Es ist empirisch belegbar, dass sich die Mehrzahl der Männer in Frauen verliebt. Ich kann verstehen, dass unaufmerksame Menschen zunächst davon ausgehen, dass auch ich das tue. Aber ich DULDE NICHT, dass jemand glaubt, Schwule würde man an rosa Oberhemden erkennen. Und ich lasse mir die Borniertheit eines unreflektierten Schwulenbilds nicht als Sympathiebekundung verkaufen.</p>
<p>„Hätte ich bei dir gar nicht gedacht!“ ist kein Kompliment. Es ist eine Beleidigung. Und aussichtsreicher Kandidat für die Ehrenschleife herteronormativer Gedankenlosigkeit. In dunkeblraun.<!--more--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/04/warum-hatte-ich-bei-dir-gar-nicht-gedacht-kein-kompliment-ist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Liedeserklärung: Atoms for peace &#8211; Default</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/04/liedeserklarung-atoms-for-peace-default/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/04/liedeserklarung-atoms-for-peace-default/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 13:52:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Amok]]></category>
		<category><![CDATA[atoms for peace]]></category>
		<category><![CDATA[default]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[thom Yorke]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1612</guid>
		<description><![CDATA[Nach 13 Jahren einundzwanigstem Jahrhundert hat die Menschheit verstanden, wie es klingen muss: Folgendermaßen. <a href="http://kopfkompass.de/2013/04/liedeserklarung-atoms-for-peace-default/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es schwierig über Musik zu reden. Noch stärker als bei anderen Themen, riskiert man hier, die Blüten des eigenen Geschmacks mit objektiven Kriterien zu verwechseln. Darauf, was schlechte Musik ist, kann man sich einigen. Was aber ist gute Musik? Für alle, die sich vor Subjektivität nicht fürchten, gibts eine einfache Antwort: Gute Musik erkennst du daran, dass sie dich berührt.</p>
<p>Mich berührt zurzeit <em>Default</em> von <em>Atoms For Peace</em>. In meiner Jugend in den 90ern, war ich sehr fasziniert von dem Gedanken, einen Jahrtausendwechsel mitmachen zu dürfen. Millennium war am Ende auch nur ein Silvester, das musste ich einsehen. Keine Stromausfälle, keine kollabierten Bank-Systeme, nichtmal einen vernünftigen Rechnerabsturz zuhause gab es. Und dennoch barg das Jahr Zweitausend ein Versprechen von Zukunft, ja von Sci-Fi, das in Neunzehnhundertneunundneunzig niemals gepasst hätte. Oft habe ich mich gefragt, wie sich dieses neue Jahrtausend anfühlen würde. Und weil sich Lebensgefühl und Musik ja zueinander verhalten wie Wetter zu Kleidung, fand ich es ungeheuer spannend, mir vorzustellen, wie 2000plus wohl klingen wird. Nach 13 Jahren einundzwanigstem Jahrhundert hat die Menschheit verstanden, wie es klingen muss: Folgendermaßen.<br />
<span id="more-1612"></span><br />
Hören auf <a href="http://open.spotify.com/track/1RXnyc0zTy3aDeUxmixsev" title="Atoms for Peace - Default" target="_blank">Spotify</a> oder bei YouTube:<br />
<iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/lYJzkxhVvx0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Aber jetzt wird&#8217;s schwierig. Wie komme ich darauf? </p>
<p>Die Synthie-Flächen hinter den Refrains, erinnern mich an die Zukunft, die ich mir in den 90ern vorstellte. Der übrige Song beschreibt, wie sie sich tatsächlich anfühlt.</p>
<p>Da wären zuerst die flirrenden Beats, die in einer Geschwindigkeit und Dichte auf mich einprasseln, dass ich deren Logik erst nach mehreren Wiederholungen durchschaue. Genau wie bei den Systemen, die für mich arbeiten und im wesentlichen deshalb funktionieren, weil Maschinen untereinander kommunizieren: Zur Übermittlung meiner Stimme, zum Transport und zur Speicherung meiner Gedanken, um mich zu benachrichtigen, wenn mein Zug Verspätung hat oder um ein Profil von mir anzulegen, auf dessen Basis sich meine Handlungen vorhersagen lassen. Logisch aber undurchsichtig. Wenigstens für Menschen. </p>
<p>Thom Yorks zarte Falsett-Stimme klingt für mich genauso entkörperlicht und vergeistigt, wie ich mich manchmal empfinde. Unsere Körper hätten niemals so sehr zu unserem Hobby werden können, wenn wir sie noch ernstlich bräuchten. Wenn wir weder Fitness- noch Tatoo-Studios erfunden hätten, wären wir längst zu Geistern geworden.</p>
<p>In der Brüchigkeit von Yorkes Stimme spüre ich die Unzulänglichkeiten, die das Menschsein in den Augen einer Maschine mit sich bringt. Wir missachten Logik zugunsten unserer Gefühle. Wir begehen Fehler (die vermeidbar wären). Wir sind launisch. Wir müssen schlafen. Währenddessen arbeiten die (Drum-)Maschinen in unbeeindruckter Präzision weiter. Sie lächeln nicht mal, wenn York singt: &#8220;The will is strong &#8211; the flesh is weak&#8221;.</p>
<p>Der übrige Text des Songs ist für mich sehr kryptisch, weil wahrscheinlich sehr persönlich. Und doch veröffentlicht. Ich kenne das. Wie vereinzeln, wir vereinsamen, aber wir bloggen darüber. Manchmal nur, um genau das zu beklagen.</p>
<p>Zudem wird die Stimme gelegentlich als Instrument verwendet. Ein Aufschrei Yorkes wird, wie ein Drum gebraucht, eine kleine gesungene Melodie wird wie eine Bassline gesetzt. Yorke blinkt. Wie die digitalisierten Repräsentationen der Menschen, die ich liebe, wenn sie in meinem Leben auftauchen: Als Benachrichtigungs-Pop-up, als sich drehende Live-Kachel, als Chat-Head.</p>
<p>Ich würde einiges dafür geben, diesen Song mit meinen Neunzehnhundertneunundneunziger-Ohren zu hören. Wie hätte ich mich dabei gefühlt? </p>
<p>Heute fühle ich mich: Sehr verstanden. In all meiner Mensch-Maschinigkeit.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/04/liedeserklarung-atoms-for-peace-default/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kritik zu &#8220;Männer wie wir&#8221;: Antwort der Aids-Hilfe</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/04/kritik-zu-manner-wie-wir-antwort-der-aids-hilfe/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/04/kritik-zu-manner-wie-wir-antwort-der-aids-hilfe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Apr 2013 09:53:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[offener Brief]]></category>
		<category><![CDATA[Aidshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Ich weiss was ich tu]]></category>
		<category><![CDATA[iwwit]]></category>
		<category><![CDATA[lookism]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männer wie wir]]></category>
		<category><![CDATA[Schwule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1603</guid>
		<description><![CDATA[Verstehe ich das richtig? Die Allgemeinbevölkerung von St. Petersburg ist einfach noch nicht so weit, mit echten Körpern konfrontiert zu werden? <a href="http://kopfkompass.de/2013/04/kritik-zu-manner-wie-wir-antwort-der-aids-hilfe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 3. März schrieb mein Freund Klemens Ketelhut einen offenen Brief an die Macher der Kampagne &#8220;Ich weiß was ich tu&#8221; der Deutschen Aidshilfe. Ich habe den Brief <a title="Männer wie wir?" href="http://kopfkompass.de/2013/03/manner-wie-wir/" target="_blank">hier</a> veröffentlicht. (Für eilige Leser: Im Rahmen der Kampagne gab es eine Wanderausstellung, die unter dem markigen Titel &#8220;Männer wie wir&#8221; ausschließlich Fotos junger, muskulöser, schlanker Männer zeigte. Wir fanden den Fehler.)</p>
<p>Vorgestern, also genau einen Monat und einen Tag nach unserem Brief, erhielten wir eine Antwort von Matthias Kuske, dem Kampagnenmanager von &#8220;Ich weiß was ich tu&#8221;. Und die geht ungefähr so:<span id="more-1603"></span></p>
<blockquote><p>Ich kann Ihre Argumentation und Eindrücke gut nachvollziehen und möchte Folgendes zu bedenken bzw. als Hintergrundinfo geben.</p>
<p>Die Ausstellung ist ein russisches Projekt unseres Partnerprojekts, das in St. Petersburg Prävention für schwule Männer macht. Die Konzeption und Realisierung der Ausstellung erfolgte durch dieses Projekt für die Allgemeinbevölkerung in St. Petersburg. Im Rahmen der Zusammenarbeit haben wir die Ausstellung dann nach Deutschland geholt, um das Projekt und seine Arbeit hier in Deutschland zu präsentieren und für eine Öffentlichkeit für schwule Prävention in Russland hier in Deutschland zu sorgen und dieses zu thematisieren, da es aus unserer Sicht viele Mythen hierzu gibt.</p>
<p>Die Ausstellung in dieser Form ist von den russischen Partnern für ihre Notwendigkeiten in ihrem kulturellen und gesellschaftlichen Umfeld konzeptioniert worden. [...] Ich bitte, die Ausstellung unter diesem Kontext zu verstehen. Bildsprache, Intention und Art der Ausstellung sind auf dem Hintergrund der Arbeit unseres russischen Partners zu sehen. Selbstverständlich würden wir eine solche Ausstellung nicht selber konzeptionieren. [...]</p>
<p>Mit den Rollenmodellen im Rahmen der Kampagne „ICH WEISS WAS ICH TU“ arbeiten wir ausschließlich mit echten, authentischen Männern, die die Vielfalt zeigen und „aus dem Leben gegriffen sind“. Mit unserer Arbeit im Rahmen der Kampagne erfüllen wir daher im Wesentlichen ihren Wunsch und schaffen eine große Bandbreite von Identifikationsvariationen.</p></blockquote>
<p>Verstehe ich das richtig? Die <em>Allgemeinbevölkerung von St. Petersburg</em> ist einfach noch nicht so weit, mit echten Körpern konfrontiert zu werden? Idealisiert-normierte Körper müssen erst in allen <em>kulturellen Umfeldern</em> bis zum Erbrechen plakatiert worden sein, bevor man sich darauf verständigen kann, dass das dem Selbstwert-und Körpergefühl derjenigen, die man erreichen will mehr schadet als nützt?</p>
<p>Ich glaube das nicht. Ich glaube auch nicht, dass Matthias Kuske das glaubt. Nicht nur zwischen den Zeilen entschuldigt er sich für den Lookismus-Zement auf Wanderschaft. Die Schwulenbewegung anderer Länder ist an anderen Punkten. Ich verstehe das. Aber ich find&#8217;s traurig.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/04/kritik-zu-manner-wie-wir-antwort-der-aids-hilfe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>April, April!</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/04/april-april/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/04/april-april/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 10:19:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[April]]></category>
		<category><![CDATA[Aprilscherz]]></category>
		<category><![CDATA[Scherz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1597</guid>
		<description><![CDATA[Hier eine Auswahl der Scherze, über die ich heute wirklich gelacht habe. <a href="http://kopfkompass.de/2013/04/april-april/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Aber ihr mögt keine Aprilscherze. Aber ich verstehe das nicht. Manche sind so liebevoll gemacht! Manche sind  so bittersüß zynisch! Manche irrlichtern so farbenfroh herüber aus der Welt der Durchgeknallten-aber-Fröhlichen! Manche sind so hilflos fremdschämig-humorlos!  Ich kann das nicht erklären. Aber vielleicht vorführen.</p>
<p>Hier eine Auswahl der Scherze, über die ich heute wirklich gelacht habe:</p>
<p>1. David Hasselhoff vermittelt im Atomkonflikt mit Nordkorea. (<a title="tagesschau.de" href="http://tagesschau.de/ausland/hasselhoff-nordkorea100.html">tagesschau.de</a>)</p>
<p>2. Die Teilnahmefrist für den Videowettbewerb YouTube endet.  (<a title="GoogleWatchBlog" href="http://www.googlewatchblog.de/2013/03/youtube-wettbewerb-wird-beendet-neustart-erst-2023/" target="_blank">GoogleWatchBlog</a>)</p>
<p>3. Google führt den neuen Dienst Google Nose ein. (<a title="Google Nose" href="http://www.google.de/intl/de/landing/nose/" target="_blank">Google</a>)</p>
<p>4. Nokia bringt eine Mikrowelle mit PureFood-Kamera auf den Markt (<a title="Nokia" href="http://presse.nokia.de/2013/04/01/mit-der-nokia-5am-th1n6-constellation-stellt-nokia-seine-erste-mikrowelle-vor/" target="_blank">Nokia</a>)</p>
<p>und mein persönlicher Spitzenreiter:</p>
<p>5. Der LSVD Sachsen gründet Institut zur Heilung von Heterosexualität (<a title="queer.de" href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=18901" target="_blank">queer.de</a>)</p>
<p>Was denn? Kein einziges Mal gelacht? Ist ja schon gut. Ich hör ja auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/04/april-april/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>10 Sätze zum Thema Mindestlohn</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/03/10-satze-zum-thema-mindestlohn/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/03/10-satze-zum-thema-mindestlohn/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Mar 2013 11:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Aufstocken]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlohn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1591</guid>
		<description><![CDATA[Mag sein, dass bestimmte, sehr niedrig bezahlte Jobs mit der Einführung eines Mindestlohnes wegfallen, umziehen oder bockig mit den Füßen stampfen. Fakt ist aber, dass diese Jobs außer den davon profitieren Unternehmern niemand wollen kann. <a href="http://kopfkompass.de/2013/03/10-satze-zum-thema-mindestlohn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgerechnet der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt warnt heute in einem Gastbeitrag für die Bild am Sonntag vor der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns.Sollte dieser partout nicht zu verhindern sein, müsse der angesetzte Mindestlohn aber entschieden unter dem von Gewerkschaften geforderten Betrag von 8,50 € pro Stunde liegen. Arbeitsplätze müssten sich schließlich rechnen, offenbar vor allem für die Arbeitgeber.</p>
<p>Was Herr Schmidt sicher nicht übersieht, sondern zynisch und wissentlich verschweigt, ist Folgendes: Wer für 8,50 € Stundenlohn in Vollzeit arbeiten geht, hat unterm Strich circa 1.000 € im Monat zur Verfügung, also nicht wesentlich mehr als das Existenzminimum. Wer gezwungen ist, für weniger als 8,50 € zu arbeiten, kann sehr wahrscheinlich eine Aufstockung beim Amt beantragen.<br />
<span id="more-1591"></span><br />
Dass man sich um die Würde von Menschen nicht groß scheren kann, wenn man Vorsitzender der Wirtschaftsweisen werden will, kann niemanden ernsthaft überraschen. Aber dass Schmidt geflissentlich verschweigt, dass die staatliche Aufstockung von Hungerlöhnen nichts anderes als die indirekte Subvention ausbeuterischer Kaufleute aus Steuergeldern ist, ekelt und ärgert mich. Denn sogar er kann es weder moralisch noch betriebs- oder volkswirtschaftlich richtig finden, dass der durch die Arbeitsleistung eines Angestellten erwirtschaftete Gewinn einem Kaufmann zufließt, während die Kosten für diese Arbeitsleistung vom Steuerzahler beglichen werden. </p>
<p>Mag sein, dass bestimmte, sehr niedrig bezahlte Jobs mit der Einführung eines Mindestlohnes wegfallen, umziehen oder bockig mit den Füßen stampfen. Fakt ist aber, dass diese Jobs außer den davon profitieren Unternehmern niemand wollen kann, weil sie alle betrügen: Die Arbeitnehmer, den Steuerzahler und den Wettbewerb.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/03/10-satze-zum-thema-mindestlohn/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum ich nicht will, dass ihr wisst, wie Homosexualität entsteht</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/03/warum-ich-nicht-will-dass-ihr-wisst-wie-homosexualitat-entsteht/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/03/warum-ich-nicht-will-dass-ihr-wisst-wie-homosexualitat-entsteht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 15:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[queer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Genetik]]></category>
		<category><![CDATA[genetisch]]></category>
		<category><![CDATA[Gründe]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Ursachen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1582</guid>
		<description><![CDATA[Es ist keine rhetorische Übertreibung, wenn ich schreibe, dass mir die Forschung zu den Ursachen der Homosexualität Angst macht. Nicht, weil ich die Selbsterkenntnis fürchte oder den eigenen Schatten. Wenn wir wissen, wie Homosexualität entsteht, werden wir sie abschaffen. <a href="http://kopfkompass.de/2013/03/warum-ich-nicht-will-dass-ihr-wisst-wie-homosexualitat-entsteht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mich outete (und auch der Letzte eingesehen hatte, dass ich nicht behauptete, schwul zu sein, weil ich noch nie eine Freundin hatte, sondern dass ich noch nie eine Freundin hatte, weil ich schwul bin,) brach unter Familie und Freunden ein bunter Wettkampf um die plausibelste Herleitung meiner, nun ja: Andersartigkeit aus. Am Ende gab es leider keinen Gewinner, einen eindeutigen Verlierer aber schon: mich.<span id="more-1582"></span></p>
<p>Sicher sei ich schwul geworden, weil mein Vater abwesend war. Söhne alleinerziehender Mütter, werden ja gerne schwul. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass ich wegen meiner dominanten Mutter ein sublimiertes Problem mit Frauen hätte und deshalb auf Männer ausweichen würde. Natürlich könne es auch sein, dass möglicherweise starke Medikamente, die ich in meiner Kindheit nehmen musste, meinen Hormonhaushalt durcheinander gebracht hätten, schließlich wüchse mir ja auch kein richtiger Bart. Auch Medikamente, die meine Mutter eventuell während der Schwangerschaft habe einnehmen müssen, könnten meine Gene falsch gepolt haben. Oder gab es gar grobe Schnitzer in der Erziehung? Womöglich sei das alles aber auch nur eine exzentrische Phase, eine fixe Idee, ein Mitschwimmen im Trend. Vielleicht käme ich zur Vernunft, wenn ich nur endlich die richtige träfe. Ich sei ja aber auch schüchtern mit Frauen!</p>
<p>Was bin ich froh, dass ich einige sehr enge Freunde hatte, denen das alles schnurz war. Denn dieses Interpretiertwerden, Diagnostiziertwerden, Pathologisiertwerden ist weder hilfreich, noch interessant noch gut gemeint. Es ist verletzend. Es ist übergriffig. Es ist dumm. Und es ist vor allem: Gefährlich. </p>
<p>Erst gestern stieß ich auf einen Artikel in der Zeit, der die neuesten wissenschaftlichen Begründungsversuche für Homosexualität zusammenträgt. Dass ich ihn hier nicht verlinke hat nicht mit dem Leistungsschutzrecht zu tun, sondern damit, dass ich  mir wünsche, dass uns die Ursachen der Homosexualität einen Scheißdreck interessieren. </p>
<p>Homosexualität findet sich in allen Kulturen, allen Epochen und bei allen Spezies. Mehr muss man nicht wissen, finde ich. Homosexualität ist eine Spielart der Natur. Wie Stimmlage. Wie die Vorliebe für Süßes oder Salziges. Wie Humor. Wie Sommersprossen. Ich wünsche mir, dass wir das schulterzuckend hinnehmen. </p>
<p>Es ist keine rhetorische Übertreibung, wenn ich schreibe, dass mir die Forschung zu den Ursachen der Homosexualität Angst macht. Nicht, weil ich die Selbsterkenntnis fürchte oder den eigenen Schatten. Wenn wir wissen, wie Homosexualität entsteht, werden wir sie abschaffen. Da bin ich mir sicher. </p>
<p>Sollte sich bewahrheiten, dass Homosexualität durch Variationen bei der Abschrift der Elterngene entsteht, werden wir Tests entwickeln, das am Ungeborenen nachzuweisen. Sollte sich herausstellen, dass es tatsächlich der Hormonhaushalt der Mutter während der Schwangerschaft ist, der die sexuelle Orientierung des Kindes bestimmt, werden wir lernen, diesen Hormonhaushalt zu lenken. Und sollten wir jemals tatsächlich ein Homo-Gen entdecken, werden wir auch Möglichkeiten finden, es abzuschalten. </p>
<p>Denn: Wer will ein schwullesbisches Kind? Ich meine, wenn man die Wahl hat? Ich bin überzeugt, dass künftig mehr Eltern die Wahl haben werden. Die pränatale Diagnostik kann immer früher immer präzisere Aussagen zum heranwachsenden Embryo machen. Immer mehr Paare sind auf künstliche Befruchtungen angewiesen. Und wenn mehrere befruchtete Eizellen zum Einpflanzen zur Auswahl stehen, werden sich die allermeisten Eltern, für das nicht-behinderte, nicht-erbkranke, nicht-kleinwüchsige, nicht-übergewichts-gefährdete und eben nicht-homosexuelle Kind entscheiden. Zumindest dann, wenn die Eltern selbst heterosexuell sind, was auch in Zukunft die Regel sein dürfte.</p>
<p>Als Indiz: Mehr als 90 Prozent der Embryonen mit Trisomie 21 werden in Deutschland abgetrieben. Bei vielen anderen Erbkrankheiten ist das sehr ähnlich. Homosexualität ist keine Krankheit, sondern Liebe. (Allein, dass dieser Satz in diesen Artikel gehört zeigt, dass sie aber eben auch kein Segen, zumindest keine erwünschte Eigenschaft eines Kindes ist.) Warum erforschen wir ihre Ursachen? Warum suchen wir nach einem Dicken-Gen? Warum wollen wir die Schalter für all unsere Eigenschaften finden?</p>
<p>Wir wollen optimale Menschen sein. Und wir wollen optimale Kinder mit optimalen Chancen. Optimaler sein wird uns dümmer machen, unmenschlicher und beschränkter. </p>
<p>Jegliche ist Variation ungeheuer wertvoll. Nur sie birgt das Potential für Entwicklung. Es ist das Andere von dem wir über uns selbst lernen. Es ist das Abweichende, das die Norm umreißt. Es ist die Mutation, die zur Evolution führt. </p>
<p>-<br />
inspiriert vom verfolgungswerten <a href="https://twitter.com/diplomclown" title="Twitter" target="_blank">@diplomclown</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/03/warum-ich-nicht-will-dass-ihr-wisst-wie-homosexualitat-entsteht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wer in meiner schwulen Beziehung die Frau ist.</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/03/wer-in-meiner-schwulen-beziehung-die-frau-ist/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/03/wer-in-meiner-schwulen-beziehung-die-frau-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 10:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[schwul]]></category>
		<category><![CDATA[weiblicherer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1572</guid>
		<description><![CDATA["Was ich schon lange mal fragen wollte: Wer ist eigentlich bei euch die Frau?" <a href="http://kopfkompass.de/2013/03/wer-in-meiner-schwulen-beziehung-die-frau-ist/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich gestern Abend von der Runde mit meiner Hündin nach Hause kam, begrüßte mich meine Nachbarin im Hausflur und verwickelte mich in ein Gespräch. Meine Nachbarin ist 74, ein bisschen rau, ein bisschen laut, sehr herzensgut. Manchmal passt sie ein Stündchen auf meinen Hund auf, manchmal helfe ich ihr mit ihrem Fernseher. Oft nimmt sie meine Pakete an. </p>
<p>Als unser Geplänkel beendet war und ich schon einen Treppenabsatz genommen hatte, rief sie: &#8220;Ach, und-&#8221;.<br />
Ich drehte mich um.<br />
&#8220;Was ich schon lange mal fragen wollte: Wer ist eigentlich bei euch die Frau?&#8221;<br />
<span id="more-1572"></span><br />
Völlig perplex brach ich in Gelächter aus. Meine Nachbarin ist liebenswert, aber diese Frage ist dämlich.  Ich behaupte: Wer sie stellt, denkt nicht nach. Ich stelle fest: Menschen, die nicht nachdenken, kann ich nicht leiden. </p>
<p>&#8220;Schwule Beziehungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Männern geführt werden.&#8221;, antwortete ich im zynischsten Oberlehrerton. &#8220;Beziehungen, in denen Frauen vorkommen, sind nicht schwul.“<br />
&#8220;Na, das ist doch klar.&#8221;, antwortete sie, als hätte ich ihr einen Witz erklärt. &#8220;Aber einer muss doch so ein bisschen die Rolle der Frau übernehmen.&#8221;<br />
&#8220;Welche Rolle ist das denn?&#8221;, wollte ich wissen.<br />
&#8220;Naja.&#8221;, sagte sie, als wisse ich schon. Ich wusste aber nicht.<br />
&#8220;Wer putzt?&#8221;, fragte ich. &#8220;Er. Wer kocht? Ich. Wer wäscht? Beide. Wer bügelt? Keiner. Meinen Sie das?&#8221;<br />
&#8220;Nee!&#8221;, rief sie. Und schwieg dann wieder, lächelnd.<br />
&#8220;Wer sensibler ist? Ich. Wer bei Filmen schneller weint? Er.&#8221; fuhr ich fort.<br />
&#8220;So meine ich das nicht!&#8221; Sie winkte ab. Ich aber war in Fahrt.<br />
&#8220;Wer Löcher bohrt? Wer Reifen wechselt? Wer Fußboden verlegt? Beide. Es gleichermaßen hassend.&#8221;<br />
&#8220;Nein, nein. Ich meine das nicht so!“ Sie verstummte wieder.<br />
&#8220;Ja, aber wie meinen Sie das denn? Sexuell?&#8221; Ich sage ja, ich war in Fahrt.<br />
&#8220;Was?&#8221;, rief sie erschrocken.<br />
&#8220;Meinen Sie das sexuell?&#8221;, wiederholte ich.<br />
&#8220;Um Himmels Willen! Aus dem Alter sind wir raus!&#8221;, lachte sie.<br />
&#8220;Wir nicht.&#8221;, sagte ich ernst.<br />
&#8220;Nee, ist schon gut.“, beschwichtige sie. „Ich wollte das nur mal wissen.&#8221;<br />
&#8220;Gute Nacht.&#8221;, sagte sie noch, bevor sie in ihrer Wohnung verschwand.<br />
„Was denn?“, murmelte ich. „Was wollten Sie denn wissen?“</p>
<p>Ich stand noch einige Sekunden wie angewurzelt. Dann stieg ich irritiert und sauer hinauf in meine Wohnung. Für unsere nächste Begegnung habe ich geübt: „Was ich sie schon lange mal fragen wollte:  Welche ihrer Katzen ist eigentlich mehr so der Hund?“</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/03/wer-in-meiner-schwulen-beziehung-die-frau-ist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die fünf größten Irrtümer über Ingress</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/03/die-funf-grosten-irrtumer-uber-ingress/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/03/die-funf-grosten-irrtumer-uber-ingress/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 11:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[code]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[ingress]]></category>
		<category><![CDATA[invite]]></category>
		<category><![CDATA[tipps]]></category>
		<category><![CDATA[tricks]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1544</guid>
		<description><![CDATA[Viele wollen mitspielen, ich wollte das auch, hätte mich aber gefreut, wenn ich mir vorher folgender Irrtümer bewusst gewesen wäre. <a href="http://kopfkompass.de/2013/03/die-funf-grosten-irrtumer-uber-ingress/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Googles ortsbasiertes Spiel <a title="ingress.com" href="http://www.ingress.com/" target="_blank">Ingress</a> läuft. Viele, die um eine Einladung gebeten haben, werden erhört. Tausende neuer Spielorte freigeschaltet. In Blogs und Netzwerken wird allerhand darüber geschrieben.</p>
<p>Die Story ist die: Am CERN in Genf ist was schief gegangen. Seitdem tun sich weltweit Portale auf, aus denen eine spezielle Form von Materie (<em>Exotic Matter</em>) austritt, die die Gedanken von Menschen beeinflusst. Die einen halten das für Teufelszeug und schließen sich der <em>resistance</em> an, die andern finden‘s prima und halten sich für <em>enlightened</em>. Beide Teams konkurrieren um die Vorherrschaft, indem sie so viele Portale wie möglich einnehmen um zwischen ihnen Felder aufzuspannen, die die darunter lebenden Menschen beeinflussen. Wer die meisten <del>mind units</del> Menschen überspannt hat, gewinnt. Bis es wieder kippt. In zwei Stunden. Spätestens.</p>
<p>Viele wollen mitspielen, ich wollte das auch, hätte mich aber gefreut, wenn ich mir vorher folgender Irrtümer bewusst gewesen wäre.<br />
<span id="more-1544"></span><br />
<strong>1. Wer mitspielen möchte ist von Googles Gnaden abhängig.</strong><br />
Von wegen. Richtig ist, dass es sich bei Ingress derzeit um eine geschlossene Beta-Version handelt Wahrscheinlich ist, dass das in den nächsten 18 Monaten so bleibt. Möglich ist, dass wer bei Google darum bittet, eines Tages tatsächlich eine Einladung zugestellt bekommt. In meinem Fall hat das acht Wochen gedauert. Wahr ist aber auch: Wer Twitter bedienen kann, muss nicht auf sein persönliches Invite warten. Die Codes kursieren dort wie Katzenfotos und ich wette, dass niemand länger als zehn Minuten braucht, einen solchen zu erhaschen.</p>
<p><strong>2. Ingress ist ein casual game gegen die langweilige Langeweile zwischendurch.</strong><br />
Denkste. Ich behaupte: Ingress ist für Hardcore-Gamer. In jedem Fall aber für Menschen mit viel Zeit. Und gutem Schuhwerk. Um auf einem Portal spielen zu können, muss man wirklich dort sein. Genau dort. Eine kleine Tour über 10 oder 12 Portale dauert daher schnell mal ein Stündchen. Wenn man wirklich punkten will, spielt man besser zwei. Der Aufstieg ist nämlich hart. Das Hacken eines feindlichen Portals bringt 100 AP (Action Points). Um ins zweite Level zu kommen braucht man schon 10.000, für Level 3 30.000. Natürlich gibt es ein paar Aktionen die mehr Punkte bringen. Dem Einsteiger sind diese jedoch meist verwehrt. Man muss es schon ernst meinen.</p>
<p><strong>3. Ingress ist ein gamifiziertes foursquare.</strong><br />
Weit gefehlt. Ingress ist eine Mischung aus Rollenspiel, Risiko und Schnitzeljagd. Das Spielbrett ist der Globus. Kein Ich!-Ich!-Rufen, kein Einchecken, keine Fotos. Ich fühle mich manchmal beim Spielen, wie ein schlecht bezahlter Telekom-Monteur, der DSL-Knotenpunkte zu warten oder von anderen Telekoms zu übernehmen hat. Eher DOS als Pinterest, mehr Linux-Konsole als Final Fantasy. Gar nicht mal so social.</p>
<p><strong>4. Durch Ingress entdeckt man tolle neue Orte in seiner Stadt. Und erst in fremden!</strong><br />
Naja. Gerade in kleineren Städten gibt es augenblicklich noch nicht sehr viele Portale. Möglicherweise muss man daher tatsächlich zum Spielen in einen Stadtteil in dem man bisher noch nicht war. Darüber wird man nach dem Spielen aber nicht viel zu sagen wissen, weil man den Blick nicht von seinem Handybildschirm gelassen hat. Das hat den Vorteil, dass man nicht mitbekommen hat, wie sich ahnungslose Passanten in Grüppchen zusammengerottet haben, um gemeinsam über den skurillen Squaredance zu lachen, den man aufführte, um auch wirklich am günstigsten Ort für den Angriff auf ein Portal zu stehen. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass Ingress mein Risiko für Kollisionen mit Fremden, Laternen oder Bussen signifikant erhöht. Außerdem ist Ingress nicht Geocaching. Portale sind keine Schätze. Portale sind Telefonzellen, Kunst-am-Bau-Brunnen, Rosa-Luxemburg-Büsten oder Marktplätze.</p>
<p><strong>5. Durch Ingress lernt man viele tolle Leute kennen.</strong><br />
Pustekuchen. Tatsächlich ist in Ingress eine Art Chat eingebaut, über den man mit anderen Spielern kommunizieren kann. Außerdem gibt es Communities, in der sich Spieler eines Lagers (und meist auch einer Stadt) austauschen können. Und müssen. Denn selbst in höheren Levels reicht die eigene Power oft nicht aus um gegnerische Portale einzunehmen oder eigene zu halten. Es stimmt also schon, dass man mit neuen Leuten kommuniziert und womöglich auch unterwegs ist. Wer aber spielt Ingress? Ich bin bisher vier Spielern begegnet. Zwei von ihnen haben umgehend die Flucht ergriffen, als sie mich als Spieler erkannten. Einer lief davon, als ich ihn anlächelte. Der Vierte war nett und hat mir seine Spielgeschichte erzählt. Zweimal. Hintereinander. Im gleichen Wortlaut.</p>
<p>Ein bisschen stimmt es, dass ich von Ingress abreaten würde. Wenigstens davor warnen. Gerade weil es relativ schwierig ist, birgt das Spiel ein sehr hohes Suchtpotential. Meine Heimwege vom Büro haben in der letzten Woche statt 20 Minuten stets mindestens zwei Stunden gedauert. Und nein, eigentlich habe ich nicht zu viel Zeit. Als ich mich heute Morgen einloggte, sagte die anziehend-dominante Frauenstimme des Spiels: <em>It’s been sixteen hours since your last logon. I was getting worried about you.</em> Ich fühlte mich gemeint.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/03/die-funf-grosten-irrtumer-uber-ingress/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Männer wie wir?</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/03/manner-wie-wir/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/03/manner-wie-wir/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 09:52:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kopfkompass</dc:creator>
				<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[offener Brief]]></category>
		<category><![CDATA[queer]]></category>
		<category><![CDATA[Aidshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[iwwit]]></category>
		<category><![CDATA[Klischee]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Normativität]]></category>
		<category><![CDATA[Normierung]]></category>
		<category><![CDATA[Rollen]]></category>
		<category><![CDATA[schwul]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1527</guid>
		<description><![CDATA[Präsentiert werden mir 60 Körper, die nahezu alle idealisiert sind. Jung, muskulös, schlank, durchtrainiert. Ich kann mich mit keinem dieser Männer identifizieren. <a href="http://kopfkompass.de/2013/03/manner-wie-wir/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mein Freund Klemens Ketelhut, wies mich neulich auf die Foto-Ausstellung &#8220;Männer wie wir&#8221; hin, die die deutsche Aids Hilfe im Rahmen ihrer Kampagne &#8220;ICH WEISS WAS ICH TU&#8221; seit 2009 durch die Lande ziehen lässt. Warum wir uns über die Bilder erst sehr amüsiert und dann sehr geärgert haben, formuliert Klemens in einem offenen Brief, der heute an kampagne@iwwit.de versandt wurde:</em></p>
<p>Liebe Leute von IWWIT,</p>
<p>&#8220;ICH WEISS WAS ICH TU unterscheidet sich bildlich und textlich stark von bisherigen Kampagnen. Die Motive verzichten auf Sexualisierung mittels durchtrainierter Körper, die sonst vielfach die Bildsprache in Medien für schwule Männer prägen.&#8221;</p>
<p>Diese Selbstbeschreibung findet sich in dem <a href="http://www.iwwit.de/node/1758" target="_blank">Überblick</a> zur IWWIT-Kampagne. Ein erfreuliches Signal. Eine Kampagne, die mit Menschen agiert. Die alltägliche Körper, Personen und deren Leben in den Blick nimmt. Wo es Leute im Rollstuhl, Leute jenseits der 25 und solche mit nicht-normierten Körpern gibt. Diversity sozusagen. Wie schön. Und lebensnah. Und mit einem hohen Identifikationspotential ausgestattet.</p>
<p>Und dann? Dann kommt die Foto-Wander-Ausstellung &#8220;<a href="http://www.iwwit.de/node/1820" target="_blank">Männer wie wir</a>&#8220;. 60 Bilder russischer Männer. HIV-Status und sexuelle Orientierung treten in den Hintergrund. Es geht scheinbar um Menschen. Aber: präsentiert werden mir 60 Körper, die nahezu alle idealisiert sind. Jung, muskulös, schlank, durchtrainiert.<br />
<span id="more-1527"></span><br />
Mehrere Sachen fallen mir dazu ein:</p>
<p>Zum einen: ich kann mich mit keinem dieser Männer identifizieren. Da ist keiner ich wie ich. Und auch in meinem Freundeskreis fällt mir auf Anhieb niemand ein, der so einen Körper hat. Obwohl Sportler dabei sind. Aber &#8220;wie wir&#8221; passt nicht. Zumindest nicht bei mir.</p>
<p>Zum zweiten: es geht nicht, auf der einen Seite die Offenheit der schwulen Szene in Bezog auf nicht-normierte Körper zu fordern (hier könnte man an die Broschüre &#8220;Heimat Szene?&#8221; denken, die versucht, Zugehörigkeit zur schwulen Szene moralisch einzufordern) und auf der anderen Seite genau solche Körper ins Zentrum einer Ausstellung zu rücken. Und selbst wenn die Idee der Ausstellung ist, &#8220;Offenheit und Respekt&#8221; zu zeigen, erscheinen mir diese Bilder wie Hohn und Spott all denen gegenüber, die nicht solch normierte Körper haben. Die Vorstellung einer scheinbaren Normalität (eben &#8220;Männer wie wir&#8221;) gerinnt hier zu einem Phantasma, dem wenige Menschen entsprechen können, das aber gerade in den schwulen Szenen immer mehr zunimmt und damit immer mehr Ausgrenzungen produziert. Und auch wenn diese Bilder so manchen feuchten Traum der Betrachter symbolisieren – zu einer Kampagne, die Vielfalt und Alltag zeigen will, passen sie nicht. Sie zementieren einen schonungslosen, nahezu sezierenden Blick auf andere Männer. Und verkaufen etwas als &#8220;sexy&#8221; und &#8220;erotisch&#8221;, das für die meisten unerreicht ist.</p>
<p>Ein dritter und letzter Aspekt ist für mich, dass die Bilder nicht nur eine bestimmte Idee von Körpern vermitteln sondern (damit) auch eine sehr enge Vorstellung von Maskulinität transportieren. Die zunehmende Forderung nach &#8220;straight acting&#8221; ist zwar nichts neues (die gab es schon bei Hirschfeld), aber das macht sie nicht besser. Die Idee, dass homosexuelle Männlichkeiten möglichst den stereotyp heterosexuellen Männlichkeiten entsprechen sollen, ist letztlich auch ein großer Verlust. Hier werden Optionen, Freiräume und Möglichkeiten, verschiedene Rollen jenseits des herrschenden Männlichkeitsbildes auszuprobieren, torpediert und damit eine in meinen Augen wesentliche Möglichkeit der Emanzipation und der Irritation unnötig verringert. Das ist, gerade in Zeiten, in denen sich Jugendliche zunehmend früher zu outen beginnen, eine unerfreuliche Entwicklung – sie dezimiert Identifikationsmöglichkeiten. Und das ganz ohne Not.</p>
<p>In diesem Sinne: ich würde mich freuen, wenn es eine Ausstellung geben würde, die tatsächlich &#8220;Männer wie uns&#8221; zeigt. Solche, denen man ihr Leben ansieht.</p>
<p>Viele Grüße<br />
Klemens Ketelhut</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/03/manner-wie-wir/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bildkritik: Über die Vorstellungen von Erfolg</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/02/bildkritik-uber-die-vorstellungen-von-erfolg/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/02/bildkritik-uber-die-vorstellungen-von-erfolg/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Feb 2013 11:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[10 Sätze]]></category>
		<category><![CDATA[Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Rollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Damen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[S&K]]></category>
		<category><![CDATA[Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[schnelle Autos]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sportwagen]]></category>
		<category><![CDATA[Villen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1516</guid>
		<description><![CDATA[Stephan Schäfer zeigt auf mich im elegant geschnittenen schwarzen Anzug vor einer blassgelben Neubauvilla posierend, flankiert von jungen Frauen in dunkler Unterwäsche, von denen sich fünf in zwei blitzblanken Sportwagen räkeln, zwei weitere Laufstegposen vorführen und sich eine achte mit einer Flasche Champagner den Oberschenkel kühlt. <a href="http://kopfkompass.de/2013/02/bildkritik-uber-die-vorstellungen-von-erfolg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Weil sie mit einem ausgeklügelten Schneeballsystem Tausende Anleger um ihr Geld gebracht haben sollen, sitzen die Gründer der Frankfurter S&amp;K Gruppe, Stephan Schäfer und Jonas Köller seit letztem Dienstag in Untersuchungshaft. Der Fall an sich interessiert mich nicht besonders, aber ein offenbar privates <a title="Zum Foto auf welt.de. (c) Privat" href="http://www.welt.de/img/finanzen/origs113776688/0239721715-w900-h600/zgbdc5-68w14bzvxjm17k9k0i32-original.jpg" target="_blank">Foto</a>, das dazu auf welt.de veröffentlicht wurde, geht mir nicht mehr aus dem Kopf.</p>
<p>Stephan Schäfer zeigt auf mich im elegant geschnittenen schwarzen Anzug vor einer blassgelben Neubauvilla posierend, flankiert von jungen Frauen in dunkler Unterwäsche, von denen sich fünf in zwei blitzblanken Sportwagen räkeln, zwei weitere Laufsteg-Posen vorführen und sich eine achte mit einer Flasche Champagner den Oberschenkel kühlt.</p>
<p>Ich verstehe, was ich sehe, aber ich bin ratlos.<span id="more-1516"></span></p>
<p>Wie muss frau drauf sein, um sich an einem lauwarm-trüben Sommertag in Unterwäsche zwischen sieben normgekörperten Konkurrentinnen in die gepflasterte Einfahrt eines Spießer-Eigenheims zu stellen, und hinter einem schmierigen Finanzfuzzi sexy das high-beheelte Bein anzuwinkeln? &#8220;Wie viel kostet Deine Würde, Deine Oberbekleidung und der Wunsch, nicht als Objekt wahrgenommen zu werden und wie viel Rabatt bekomme ich, wenn ich Dir das alles im Paket abkaufe?&#8221;</p>
<p>Wie muss mann drauf sein, um ernsthaft zu glauben, Autos, Villen und Hostessen würden Deinen Status aufwerten? Und wie kann Smartness – denn, dass der Mann Erfolg hatte, lässt sich ja leider nicht bestreiten – und fremdschamauslösendes Primatengebaren so eng beieinander liegen?</p>
<p>Was lief schief bei der Entwicklung des Selbstwertgefühles aller Beteiligten?</p>
<p>Wie konnte der Fotograf seine Fassung bewahren, als er den Auftrag erhielt, alle Klischees, die über erfolgreiche Männer, vom Erfolg angezogenen Frauen und den Erfolg als solchen kursieren, in einem einzigen Foto unterzubringen?</p>
<p>Und haben wir es überhaupt mit Klischees zu tun oder vielleicht doch – was mich sehr gruseln würde – mit den tief verankerten, notdürftig kaschierten Idealvorstellungen zu vieler?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/02/bildkritik-uber-die-vorstellungen-von-erfolg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Cranberry-Erdnuss-Kastenkuchen</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/02/cranberry-erdnuss-kastenkuchen/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/02/cranberry-erdnuss-kastenkuchen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Feb 2013 12:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Veganismus]]></category>
		<category><![CDATA[backen]]></category>
		<category><![CDATA[cranberry]]></category>
		<category><![CDATA[Erdnuss]]></category>
		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>
		<category><![CDATA[rührkuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1497</guid>
		<description><![CDATA[Über die Frage, ob ich in meinem Blog auch Rezepte posten soll, habe ich lange gebrütet. Einerseits gibt es wirklich wichtigere Dinge als Essen. Andererseits: Eigentlich nicht. Und weil ich selbst so gern Rezepte aufstöbere, poste ich ab heute gelegentlich, &#8230; <a href="http://kopfkompass.de/2013/02/cranberry-erdnuss-kastenkuchen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Über die Frage, ob ich in meinem Blog auch Rezepte posten soll, habe ich lange gebrütet. Einerseits gibt es wirklich wichtigere Dinge als Essen. Andererseits: Eigentlich nicht. Und weil ich selbst so gern Rezepte aufstöbere, poste ich ab heute gelegentlich, was ich besonders lecker finde. Ich sehe ein, dass die Fantasiewelt von Kochbüchern mit der tristen Realität in unseren Vorratsschränken nichts zu tun hat, und werde daher, wann immer möglich, hinter jeder Zutat in Klammern angeben, wodurch sie notfalls ersetzt werden kann. Niemand muss wegen einer Messerspitze Muskatblüten durch die ganze Stadt fahren.</p>
<p><a href="http://kopfkompass.de/?attachment_id=1504" rel="attachment wp-att-1504"><img class="alignright size-medium wp-image-1504" alt="Cranberry-Erdnuss-Kastenkuchen" src="http://kopfkompass.de/wp-content/uploads/2013/02/P2160467-Bearbeitet-300x215.jpg" width="300" height="215" /></a>Los geht&#8217;s mit einem köstlichen (Trrrommelwirbel): <strong>Cranberry-Erdnuss-Kastenkuchen. </strong>Geschmacklich eine dreiste Kreuzung aus englischem Teekuchen, fruchtigem Zitronenkuchen und gehaltvollen Erdnussbutterkeksen.<br />
<span id="more-1497"></span><br />
 Wer alles zusammen hat, kann den Teig in 15 min in den Ofen schieben Und wer – wie ich – zu feige ist, ohne Vorheizen zu backen, sollte also als allererstes den Ofen einschalten.</p>
<p>Man nehme:<br />
<strong>Für den Teig:</strong></p>
<ul>
<li>400g Mehl</li>
<li>40g Stärke (oder Vanillepuddingpulver)</li>
<li>150g Rohrohrzucker (oder Zucker)</li>
<li>1Pck. Backpulver (oder Natron)</li>
<li>2 Prisen Salz (jetzt komm schon: Salz!)</li>
<li>1 geh. EL Ei-Ersatz (oder Stärke, wobei das eine klebrigere Konsistenz macht)</li>
<li>die geriebene Schale einer unbehandelten (!) Zitrone (oder 1 Tl. Zitronensaft)</li>
<li>das Mark einer großen Vanilleschote (oder 1 Pck. Vanillezucker)</li>
</ul>
<p>und werfe es in einer großen Schüssel zusammen.</p>
<p>In einem kleinen Topf schmelze man</p>
<ul>
<li>50g Margarine (oder 50ml Öl) in</li>
<li>80ml Öl (oder 80g Margarine) und</li>
<li>100ml Sojamilch (oder irgendeine andere Pflanzenmilch).</li>
<li>330ml Mineralwasser mit Sprudel fügt man hinzu, wenn das Gebräu ein bisschen abgekühlt wird.</li>
</ul>
<p>Daraus lässt sich ein wunderbar klebriger, glatter Rührkuchenteig <span style="text-decoration: line-through">rühren</span> kneten, unter den schließlich</p>
<ul>
<li>75g getrocknete Cranberries (oder Rosinen)</li>
<li>50g gehackte ungesalzene Erdnüsse (oder Walnüsse) und</li>
<li>75g Orangeat (oder Zitronat oder Orangenmarmelade) gehoben werden sollen.</li>
</ul>
<p>Als Shuttle für den Ofen macht sich eine gefettete Kastenform am Besten.</p>
<p><strong>Backzeit:</strong></p>
<p>Nach 20 min bei 170°C im Ofen den Laib bitte mit einem spitzen Messer der Länge nach aufschneiden, damit der Kuchen hübsch aufgehen kann. Danach muss er noch für 40 bis 45 min weiter backen. Vertraut aber lieber euch selbst, der Farbe des Kuchens oder der Holzstäbchenprobe.</p>
<p>Wenn der Kuchen abgekühlt ist, fehlen nur noch<br />
<strong>für den Guss:</strong></p>
<p>100g Puderzucker (oder es gibt keinen Zuckerguss) und<br />
5 TL Zitronensaft (oder Wasser)</p>
<p>Ich mach&#8217; dann schon Mal Kaffee.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/02/cranberry-erdnuss-kastenkuchen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>10 Sätze über vegane Fleischersatz-Produkte</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-uber-vegane-fleischersatz-produkte/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-uber-vegane-fleischersatz-produkte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 16 Feb 2013 16:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Veganismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Fleischersatz]]></category>
		<category><![CDATA[statt]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarier]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1488</guid>
		<description><![CDATA[Niemand wird Veganer, weil ihm Fleisch nicht schmeckt. <a href="http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-uber-vegane-fleischersatz-produkte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand wird Veganer, weil ihm Fleisch nicht schmeckt.</p>
<p>Wie die Meisten hatte ich, bis ich groß und stark war, schmatzend eine Menge Schnitzel, Bratwürste, Broiler, Steaks und Knackwürste verdrückt und einige Hundert der leckersten Bouletten der Welt, die leider nur meine (!) Mutter herstellen konnte. Wie für die Meisten war <span style="text-decoration: line-through;">die Völlerei</span> der Genuss von Fleisch in meinem Elternhaus eine leckere Selbstverständlichkeit, auf die mein Geschmacksempfinden jahrelang konditioniert wurde, wie meine Hündin auf meinen Pfiff.</p>
<p>Das änderte sich nicht, als mir schließlich <a title="10 Sätze: Was mich Pferdefleisch lehrte" href="http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-was-mich-pferdefleisch-lehrte/" target="_blank">dämmerte</a> wie viel Leid ich mit zu verantworten habe, damit die heiße Bockwurst schließlich fettspritzend unter meinem beherzten Biss zerplatzen kann. Das änderte sich auch nicht, als ich <a title="2 Millionen Tonnen Fleisch in 91 Tagen" href="http://kopfkompass.de/2012/05/2-millionen-tonnen-fleisch-in-91-tagen/" target="_blank">kapierte</a>, was für eine ökologische Katastrophe die Produktion von knusprigen Chicken Wings ist; ich fürchte ehrlich gesagt, das wird sich nie ändern.<br />
<span id="more-1488"></span><br />
Die Entscheidung, vegan zu leben ist so gesehen die doppelt unterstrichene Summe unter einer langen Rechnung, bei der vom Riesenplus des Geschmacks grober Leberwurst nach Abzug von Ökologie, Ökonomie und Mitgefühl meiner Meinung nach nichts übrig bleibt. Und obwohl die vegane Küche ungeheuer viele Entdeckungen bereithält, die nichts anderes als pflanzlich sein wollen und trotzdem verboten lecker sind, freue ich mich über jedes schmackhafte Fleisch-Ersatz-Produkt, das ich entdecke.</p>
<p><a title="Herstellerseite" href="http://www.wheaty.de/de/" target="_blank">Wheaty</a> hat seit einiger Zeit ein unwiderstehliches veganes Dönerfleisch im Angebot, bei Aldi Nord gibt es veganen Aufschnitt, der wie Räucherwurst schmeckt, und sogar meine <a title="Curry &amp; Co" href="http://www.curryundco.com/Curry_%26_Co/Home.html" target="_blank">Lieblings-Pommesbude</a> in Leipzig hat mittlerweile vegane Currywurste im Programm, und zwar gleich zwei Sorten.</p>
<p>Ich sehe ein: Diese Kleinode der modernen Lebensmittelchemie sind oft weder &#8220;gesund&#8221; noch natürlich. Aber für die wenigen Momente, in den mich die Fleischeslust packt und in Björn Moschinski&#8217;s <a title="Kopps" href="http://www.kopps-berlin.de/" target="_blank">Kopps</a> gerade kein Tisch frei ist, an dem mir eine Seitan-Roullade serviert werden könnte, sind sie per-fekt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-uber-vegane-fleischersatz-produkte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Strategische Konsumverweigerung gegen schlechte Arbeitsbedingungen?</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/02/strategische-konsumverweigerung-gegen-schlechte-arbeitsbedingungen/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/02/strategische-konsumverweigerung-gegen-schlechte-arbeitsbedingungen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2013 19:18:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbedinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leiharbeiter]]></category>
		<category><![CDATA[strategischer Konsum]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1483</guid>
		<description><![CDATA[Ja, ich finde, der Verbraucher trägt Verantwortung für das, was er konsumiert. Die Firmen aber auch.  <a href="http://kopfkompass.de/2013/02/strategische-konsumverweigerung-gegen-schlechte-arbeitsbedingungen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube an die Idee, dass jede Konsumentscheidung auch eine politische Entscheidung ist. Ich glaube daran, dass es einen Unterschied macht, ob ich argentinische Äpfel kaufe oder deutsche, ob ich Fairtrade-Kaffee trinke, oder den von Nestlé, ob meine T-Shirts von Trigema sind von Takko. Obwohl ich&#8217;s wirklich nicht übermäßig dicke habe, bin ich ein großer Freund des strategischem Konsums und deshalb auch bereit, mancherorts mehr zu bezahlen, als ich anderswo müsste.</p>
<p>Es nervt mich sehr, wenn Menschen abstreiten, dass sie auch wählen, wann immer sie etwas kaufen. Es nervt mich, wenn versucht wird zu leugnen, dass Geld ausgeben auch mit Verantwortung zu tun hat, und zwar nicht nur für sich selbst. </p>
<p>Allmählich aber wird&#8217;s bisschen eng, denn wo immer ein Blick hinter die Kulissen gelingt (bei H&amp;M, Apple, Sony, Rewe, Lidl und heute eben bei Amazon) möchte man im Strahl kotzen.<br />
<span id="more-1483"></span><br />
Ja, ich finde, der Verbraucher trägt Verantwortung für das, was er konsumiert.<br />
Aber nein, niemand möchte, dass seine Pakete von Arbeitern eingepackt werden, die zwischen zwei Schichten nur vier Stunden im 6-Personen-Bungalow schlafen konnten, weil die Busse vom und zum Logistikzentrum so selten fahren. Kein vernünftiger Mensch will, dass diese Arbeiter von einer Parallelwelt-Pseudo-Polizei in Thor-Steiner-Pullis tyrannisiert werden. </p>
<p>Ich akzeptiere nicht, dass Amazon davon nichts gewusst haben will, sodass es jetzt nötig ist, die Vorwürfe zu prüfen. Und ich lasse auch nicht gelten, dass nicht Amazon sondern die Personalvermittlung Trenkwalder für die Unterbringung der Arbeiter verantwortlich sei. </p>
<p>Schon klar: Es geht nicht um Menschen, es geht um Profit. Der Kapitalismus ist so und: &#8220;Wie naiv muss man sein das nicht zu begreifen?&#8221;</p>
<p>Ich begreife das, aber wann immer möglich weigere ich mich, das zu akzeptieren.<br />
Schon bald werde ich ein reicher Mann sein. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/02/strategische-konsumverweigerung-gegen-schlechte-arbeitsbedingungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>10 Sätze: Was mich Pferdefleisch lehrte</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-was-mich-pferdefleisch-lehrte/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-was-mich-pferdefleisch-lehrte/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2013 11:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Veganismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdefleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdefleischskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Speziesismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1468</guid>
		<description><![CDATA[Als ich neun Jahre alt war, verweigerte ich plötzlich den Verzehr von Pferdebratwürsten, weil mir ein Pferd sehr nahe gekommen war. <a href="http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-was-mich-pferdefleisch-lehrte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In meiner Kindheit gab es einen Pferdemetzger am anderen Ende der Stadt. Wann immer ich mit meiner Mutter in der Nähe war, haben wir dort gegessen: Pferde-Roster. Soweit ich mich erinnere, waren sie merkwürdig hautlos, hatten eine Konsistenz wie lockerer Hackbraten und schmeckten süßlich, salzig, so ähnlich wie Lamm. </p>
<p>Als ich neun Jahre alt war, verweigerte ich plötzlich den Verzehr von Pferdebratwürsten, nachdem mir ein Pferd sehr nahe gekommen war.<span id="more-1468"></span> Genauer gesagt, hatte es mich in den Bauch gebissen, weil es hoffte, seine Koppel endlich verlassen zu können, wenn ich nur endlich nicht mehr im Weg herumstünde. </p>
<p>Ich war dem Pferd nicht böse, verstand ich doch seine Sehnsucht nach Freiheit. Allerdings konnte ich plötzlich nicht mehr verstehen, was uns das Recht gegeben hätte, dieses Tier zu töten, damit wir Bratwürste haben. Die Verkäuferin im Pferdefleischladen konnte mir das auch nicht beantworten, fand meine Frage aber sehr lustig. Meine Mutter erklärte mir, dass gerade Pferdefleisch sehr edel sei, weil Pferde so saubere und schöne Tiere wären.</p>
<p>Ich aber aß Schweine-Bockwurst an der Bude gegenüber, garniert mit Senf und der feurigen Überzeugung, der moralisch Überlegene zu sein. </p>
<p>Später habe ich darüber viel gelacht. </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/02/10-satze-was-mich-pferdefleisch-lehrte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zweifelhaft: Mein fotografisches Gedächtnis</title>
		<link>http://kopfkompass.de/2013/02/zweifelhaft-mein-fotografisches-gedachtnis/</link>
		<comments>http://kopfkompass.de/2013/02/zweifelhaft-mein-fotografisches-gedachtnis/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 02 Feb 2013 17:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ron</dc:creator>
				<category><![CDATA[Persönlich]]></category>
		<category><![CDATA[Vergangenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fotoblog]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kopfkompass.de/?p=1448</guid>
		<description><![CDATA[Seit 1. Januar 2010 führe ich einen täglichen <a href="http://fotos.ronaldgerber.de" target="_blank">Fotoblog</a>. Seit 1. Januar 2011 heißt der "Photography is a promise that cannot be kept.". Heute habe ich verstanden, was das bedeutet. <a href="http://kopfkompass.de/2013/02/zweifelhaft-mein-fotografisches-gedachtnis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 1. Januar 2010 führe ich einen täglichen <a href="http://fotos.ronaldgerber.de" target="_blank">Fotoblog</a>. Seit 1. Januar 2011 heißt der &#8220;Photography is a promise that cannot be kept.&#8221;. Heute habe ich verstanden, was das bedeutet.</p>
<p>Ich fotografiere seit 10 Jahren, aber erst seit drei Jahren mit größerer Aufmerksamkeit. Dabei hat mich Technik nie interessiert. Mir ging es um Momente. Ich wollte keine kiloschwere Spiegelreflex-Ausrüstung sondern eine kleine Taschenkamera, die ich immer bei mir tragen kann. Ich gab dem Impuls nach, wenn er mich traf. Ich verstand den Impuls nicht, ich lenkte den Impuls nicht, ich habe ihn machen lassen. Mir gefiel, was ich sah. Jetzt sehe ich, was passiert ist.<br />
<span id="more-1448"></span><br />
In drei Jahren hat sich ein stattliches Archiv gebildet. Letzten Sonntag habe ich mir vorgenommen, zehn Bilder auswählen, um die Texte einer Lesung zu illustrieren. Bis heute habe ich zwei Bilder. Die ersten beiden Tage habe ich mich – die linke Hand auf der Maus, die rechte unterm Jochbein – orientierungslos durch meine Fotos geklickt. Dann habe ich eingesehen, dass ich das Archiv genauestens katalogisieren und beschriften muss, wenn es jemals für irgendetwas gut sein soll. Für die ersten eintausend Fotos hat das drei Tage gedauert. Dann habe ich die Festplatte ausgeschalten. Diese Arbeit macht mich fertig: Traurig, schwer, ratlos.</p>
<p>Keine Sorge: Mein Leben sieht schön aus im <a title="Rückspiegel" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse" target="_blank">Rückspiegel</a>. Offenbar liebe ich <a title="Bäume" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse&amp;category=44" target="_blank">Bäume</a>. Die Auseinandersetzung mit <a title="Deutsch" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse&amp;category=42" target="_blank">Schwarzrotgold</a>. <a title="Geister" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse&amp;category=12" target="_blank">Geister</a>. Spuren, die Menschen hinterlassen, mehr als die Menschen selbst. <a title="Tiere" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse&amp;category=46" target="_blank">Tiere</a>, ausdrücklich auch <a title="tote" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse&amp;category=40" target="_blank">tote</a>. Der Anzahl an <a title="Selbstporträts" href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?x=browse&amp;category=6" target="_blank">Selbstporträts</a> nach zu urteilen, bin ich sehr eitel. Ihrem Ausdruck nach geurteilt, immer noch nicht sicher, wer ich bin. Oder wenigstens, wie ich aussehe.</p>
<p>Ja, ein Teil des Problems ist, dass mein Leben rückwärts interessanter aussieht, als es sich vorwärts gelebt hat. Richtiger, dichter und einfach schöner. Viel schlimmer aber ist, dass nichts von dem was ich sehe mehr wahr ist. Ausnahmslos alles ist vergangen.</p>
<p>Fotografie wie ich sie betreibe, verspricht, den Augenblick festzuhalten. Den <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=1015" target="_blank">Sommer</a>, den <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=1077" target="_blank">Moment in Liebe</a>, DEN <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=669" target="_blank">Moment in Wales</a> und den kleinen <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=961" target="_blank">Vogel</a>, dem ich an meinem Geburtstag das Leben retten durfte. Die Wahrheit ist aber, dass mich diese Bilder am Vergessen hindern. Am Gehenlassen. Am Vorwärtsschauen. Sie setzten Widerhaken in die Zeit, an denen ich immer wieder hängenbleibe.</p>
<p>Ich sehe diese <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=687" target="_blank">perfekten Momente</a> und ich will dorthin zurück. Das kann ich nicht. Das verstehe ich. Das ist okay. Aber warum soll ich ihre Leichentücher aufbewahren? Warum soll ihnen gedenken, wenn ich doch dafür Zeit verwenden muss?</p>
<p>Ich sehe diese <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=34" target="_blank">schockierenden Momente</a>, die ich bezeugen wollte, um ihnen Würde zu verleihen. Das habe ich. Sie sind vergangen. Es ist okay. Wofür brauche ich die Fotos heute?</p>
<p>Ich sehe <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=249" target="_blank">traurige Momente</a>. Solche, die <a href="http://fotos.ronaldgerber.de/index.php?showimage=271" title="mein Leben verändert" target="_blank">mein Leben verändert</a> haben. Ich möchte keine Fotos davon. Ich will das lieber erinnern.</p>
<p>Ich habe keine gute Erinnerung. Mir gefällt das. Ich glaube, dass es einen Sinn hat, dass wir Dinge vergessen. Ich glaube, dass es uns gut tut, Ereignisse rückblickend zu verdrehen. Es stört mich kein bisschen, dass sich die Erinnerung jedes Mal verändert, wenn wir sie hervorkramen. Am Ende erinnern wir nur noch, was wir wollen.</p>
<p>Wenn ich heute durch die Fotos blättere, kommen sie mir wie Blumen vor. Es funkelte es etwas Göttliches in ihnen- Dann habe ich sie gepflückt. Jetzt habe ich einen tausend Stiele dicken Trockenstrauß.</p>
<p>Was mache ich damit?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kopfkompass.de/2013/02/zweifelhaft-mein-fotografisches-gedachtnis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
