Stolz darauf, schwul zu sein?

Jedes Mal, wenn sich eine öffentliche Person als homosexuell outet, bin ich irritiert. Plötzlich steht da  eine Schauspielerin, ein Fußballer, ein Apple CEO und erzählt, in welche Sorte Mensch sie oder er sich verliebt und wie großartig das sei. Eben ging es noch um Filme, Sport oder Telefone — eigentlich immer ums Geschäft — und auf einmal steht da ein Mensch und spricht, meistens sehr ergriffen, über Liebe die im Allgemeinen und seine intimsten Gefühle im ganz Speziellen.

Immer dauert es ein paar Minuten, bevor mir einfällt, was für verdammtes Glück ich habe. Wäre ich ein paar Hundert Kilometer östlich geboren, in Polen oder Russland zum Beispiel oder ein paar Hundert Kilometer südlich, vielleicht in der oberbayrischen Provinz, käme es mir auch besonders vor, schwul zu sein. Und zwar nicht besonders schön. Würde ich von diesen Standpunkten aus auf die Welt blicken, wäre ich sicher auch dankbar für jedes Idol, das mit viel Tamtam “Ich auch!” ruft.

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Social Schwadroneezing

Apple, Facebook und andere amerikanische IT-Konzerne bieten Teilen ihrer weiblichen Belegschaft an, sich an den Kosten für die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen zu beteiligen bzw. diese ganz zu übernehmen. Frauen, die sich dafür entscheiden, können sich in den nächsten Jahren ganz auf ihrer Karriere konzentrieren und haben auf der vielfach strapazierten biologischen Uhr gleichsam den Schlummerknopf gedrückt.

Ob man das moralisch richtig oder moralisch falsch oder überhaupt irgendwie moralisch finden muss, wurde in den letzten Wochen in allen Stimmlagen diskutiert, in der populistischsten aller denkbaren gestern Abend bei Günther Jauch. Ich möchte mich eigentlich nur kurz über den Begriff ärgern: Social Freezing. Social Schwadroneezing weiterlesen