Vergänglichkeit per Design am Beispiel des SICHER Messengers

Die Stuttgarter Shape.AG, die in Wirklichkeit eine GmbH ist, hat neben dem von ihr herausgegeben IM+ einen neuen Instant Messenger für Mobiltelefone veröffentlicht. Er heißt SICHER und soll genau das sein. Nachrichten werden verschlüsselt übertragen und laufen ausschließlich über deutsche Server, auf denen sie nicht gespeichert werden. Der Messenger ist hübsch, schnell, gratis und steht von Beginn an für Android, iOS und Windows Phone zur Verfügung. Auskenner finden die verwendeten Schlüssel zu kurz und warnen generell davor Apps zu vertrauen, deren Quellcode nicht offen liegt. Vergänglichkeit per Design am Beispiel des SICHER Messengers weiterlesen

How-to: Geglückte Prism-Konversation mit Gardinen-Verächtern

Ich gestehe, dass es schwierig geworden ist, mit mir über den Überwachungs-Skandal zu sprechen. Das liegt daran, dass es da meiner Meinung nach gar nichts zu diskutieren gibt. Aber sehr wohl allerhand zu tun: zu Wechseln, zu Verschlüsseln, zu anonymisieren und wieder aus der Cloud zu holen.

Eine entfernte Freundin, mit der ich gestern einen Kaffee trinken war, machte sich ein bisschen lustig, über meinen „Paranoia-Aktionismus“. How-to: Geglückte Prism-Konversation mit Gardinen-Verächtern weiterlesen

Wir sind rechtschaffende Leute, aber wir haben viel zu befürchten.

Ich erinnere mich gut an den Moment der Enttäuschung, als ich fünfjährig einsehen musste, dass mich meine Mutter auch dann sehen konnte, wenn ich mir die Augen zu hielt. Ich erinnere mich, an das Trauma eines Freundes, der im Alter von 12 Jahren anhand der Verletzung versteckter Plompen beweisen konnte, dass sein Vater sein Tagebuch las und an den Umzug der Schuberts in eine andere Stadt, nachdem sie ihre Stasi-Unterlagen gelesen hatten.

Festzustellen, dass man beobachtet wurde obwohl man sich in sicherem Umfeld wähnte, ist unerträglich. Meine Mutter hat ihrer Stasi-Akte niemals angefordert. Ihr war klar, dass daraus Spitzeleien im nächsten Umfeld offenbar würden, die Konsequenzen verlangten, vor denen sie sich noch mehr fürchtete als vor den seelischen Verletzungen durch den vielfach begangenen Verrat. Ich kann das verstehen. Aber ich halte das für falsch. Fakten wie diese muss man ansehen, finde ich.

Die Situation, der wir uns alle in den letzten Wochen häppchenweise gewahr werden, ist eine andere aber vielleicht doch vergleichbar. Wir sind rechtschaffende Leute, aber wir haben viel zu befürchten. weiterlesen

Lebwohl Whatsapp, hallo Threema!

Vielleicht bin ich altmodisch, aber: Wenn ich Nachrichten an meine Freunde versende, sollen sie meine Freunde erreichen und sonst niemanden. Whatsapp ist in meinem Umfeld zum Standardkanal für Zwischendurch-Kommunikation geworden. Aber ich rufe zum Boykott auf und mache ab sofort nicht mehr mit.
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