Volkseigentum Kunst? Mir fehlt die Fantasie, Piraten!

Ich würde den Piraten so gerne auch ein euphorisches Ahoi! entgegenrufen. Ihre Idee, den Zugang zum Internet zu einem Grundrecht zu erklären, finde ich großartig. Regelrecht verliebt bin ich in ihre queeren Gedanken zur Familienpolitik. Beispielsweise den, künftig keine Lebensgemeinschaften mehr zu fördern sondern Kinder. Außerdem habe ich ein ausgeprägtes Faible für Schrulligkeit.

Doch leider kentert mein fröhliches Ruderboot zum glitzernden Piratendampfer in der hohen Welle, die den Begriff „geistiges Eigentum“ verwässern will. Die Diskusion wird breit geführt, aber im Grundsatzprogramm steht:

„Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit.“

Bedeutet das im Klartext, dass nur Kaspar Hauser einen Roman schreiben darf, der wirklich ihm gehört? Volkseigentum Kunst? Mir fehlt die Fantasie, Piraten! weiterlesen

Sind wir nicht alle ein bisschen „Hersteller von Presseerzeugnissen“?

Dass der Koalitionsausschuss der Bundesregierung gestern beschlossen hat, dem Drängen der Zeitungsverlage auf eine Zwangsprämierung der Weiterverwendung ihrer Inhalte im Netz nachzugeben, wurde bei Niggemeier, Netzpolitik und Co. ja bereits mit gebührender Empörung breitgetreten. Der Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht wird offiziell erarbeitet, ist inoffiziell längst fertig und wird unter der Hand als quasi längst durchgedrückt gehandelt.
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