How-to: Geglückte Prism-Konversation mit Gardinen-Verächtern

Ich gestehe, dass es schwierig geworden ist, mit mir über den Überwachungs-Skandal zu sprechen. Das liegt daran, dass es da meiner Meinung nach gar nichts zu diskutieren gibt. Aber sehr wohl allerhand zu tun: zu Wechseln, zu Verschlüsseln, zu anonymisieren und wieder aus der Cloud zu holen.

Eine entfernte Freundin, mit der ich gestern einen Kaffee trinken war, machte sich ein bisschen lustig, über meinen „Paranoia-Aktionismus“. How-to: Geglückte Prism-Konversation mit Gardinen-Verächtern weiterlesen

Terroristen haben Privatsphäre. Ich jetzt auch.

Vielleicht bin ich naiv, aber: Ich habe das nicht gewusst. Ich habe das auch nicht kommen sehen. Ich habe geahnt, dass man hinter dem Internet eine unvorstellbare Überwachungsmaschine bauen könnte, aber nicht daran geglaubt, dass das tatsächlich getan wird wurde. Alles, was ich dem Internet füttere, wird von Geheimdiensten gefressen, verdaut und nie wieder ausgeschieden. Tatsächlich: alles. Zur Strafe für meine Einfältigkeit lässt sich der Großteil meines Lebens nun sehr wahrscheinlich auf Servern der NSA nachvollziehen. Auch, wenn sich wohl niemand die Mühe machen wird, das zu tun, weil ich so aufregend leider gar nicht bin. Aber darum geht es nicht.

In den letzten beiden Tagen habe ich umgebaut: Terroristen haben Privatsphäre. Ich jetzt auch. weiterlesen

Warum ich sehr wohl etwas zu verbergen habe

„Ich habe doch nichts zu verbergen.“

Dieser Bereich wird videoüberwacht.
Dieser Bereich wird videoüberwacht.

Dieser Satz begleitet mich treu. Er fällt in Diskussionen über Onlinedurchsuchung und Bundestrojaner. Er fällt in Debatten über die Vorratsdatenspeicherung. Wenn es um INDECT geht. Um Fingerabdrücke im Pass und biometrische Fotos. Ich kenne ihn seit meiner Kindheit in einer Wohnanlage der DDR-Volksarmee.

Er fällt immer am Ende des Gesprächs, jedenfalls am Ende des vernünftigen Teils. Ab hier wird’s grundsätzlich, anstrengend und erfahrungsgemäß sowieso nichts mehr. Ich stehe auf, rufe „Bullshit-Bingo!“ und wechsle Thema oder Gesprächspartner. Das ist arrogant und destruktiv. Ich fürchte mich vor schlechtem Karma. Zur Selbstkasteiung werde ich jetzt in ruhigem Ton zu erklären versuchen, warum ich sehr wohl etwas zu verbergen habe.
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