Der unsichtbare Tiefgang

„Frage mich kurz, warum ich aber auch jeden weiteren Dominik Graf-Film gucke.“, twitterte  miss_leelah gestern Abend eine Sekunde, bevor ich es tun wollte direkt aus meinem Herzen.

Arte zeigte „Das unsichtbare Mädchen“, den neuesten Krimi des gefeierten Regisseurs, den er anhand des für ihn maßgeschneiderten Drehbuchs von Friedrich Ani und Ina Jung inszenierte. Ich hatte eingeschaltet, weil ich Ronald Zehrfeld, Silke Bodenbender und auf eine merkwürdige Art auch Ulrich Noethen gern sehe, und sich die Programmzeitschriften verlagsübergreifend darauf geeinigt hatten, den Film als TV-Event des Abends zu hypen.

In allen Besprechungen zum Film heißt es, er würde auf dem Fall der 2001 im echten Leben entführten Peggy K. basieren. In Wirklichkeit jedoch basiert der Film – wie alle Filme Grafs, mit denen ich bisher meine Lebenszeit vergeudete – auf dessen brutaler Aversion gegen Frauen, seinem irgendwo zwischen Mephisto und Old Shatterhand eingemauerten Männerbild und seinen tiefen Zweifeln gegenüber jeglicher Form menschlicher Kultiviertheit.
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