Über einen muslimischen Feiertag & den geheuchelten Aufstand dagegen

Innenminister de Maizière sagt am Donnerstag im Rahmen einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Wolfenbüttel für die am Sonntag stattfindende Landtagswahl in Niedersachsen wörtlich:

„Ich bin bereit darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen. Kann man gerne vielleicht mal machen […] Wo es viele Moslems gibt; warum kann man nicht auch Mal über einen muslimischen Feiertag reden?“

Er trifft damit einen Nerv. Die komplette CSU ist empört, große Teile der CDU sind empört und der niedersächsische Spitzenkandidat Althusmann besonders. Manche sprechen von vergifteter Wahlkampfhilfe, weil de Maizière stramm konservative Wähler so in die Arme der AFD treiben würde. Andere halten das Manöver für clever, weil Althusmann so kurz vor der Wahl noch einen anti-muslimischen Impuls setzen kann, der ihm gerade die Sympathie dieser Klientel einbringen könnte. Morgen Abend wissen wir mehr.

Spannend finde ich, mit welchem Argument man es in dieser Debatte zu tun bekommt. Über einen muslimischen Feiertag & den geheuchelten Aufstand dagegen weiterlesen

Die Top-8-Argumente für die Beschneidung von Jungen – und ihre Dekonstruktion

In einem überfälligen Richterspruch hat das Landgericht Köln in der letzten Woche entschieden, dass die religiöse Beschneidung von Jungen den Tatbestand der Körperverletzung erfüllt und damit strafbar ist.

Das einzig vorstellbare Urteil am Ende eines solchen Prozesses, finde ich. Vor allem jüdische und muslimische Religionsverbände sind da anderer Meinung. Das überrascht mich nicht, aber es regt mich auf. Noch mehr habe ich mich über ein Interview geärgert, das der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis heute morgen im Deutschlandfunk gab. Die Argumente der Beschneidungs-Befürwörter sind ideologisch verbrämt oder nicht zu Ende gedacht. Meistens beides.
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