Postkarten an Flüchtlinge

Als letzte Woche bekannt wurde, dass die Leipziger Ernst-Grube-Sporthalle zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden sollte, kursierte bald ein Aufruf der Fjällsangels im Netz. Für die bis zu 500 Personen sollten Willkommens-Päckchen gepackt werden, die sie nach ihrer Ankunft mit dem Notwendigsten versorgten, nämlich mit Deo, Seife, Zahncreme, Zahnbürste. Und Keksen. Außerdem stand da noch: Ein Kärtchen mit einem Willkommensgruß wäre schön.

Eine Freundin entdeckte den Aufruf und beschloss mitzumachen. Sie besorgte die Sachen und gemeinsam schnürten wir am Abend in ihrer Küche die Päckchen, die wir später zur Sammelstelle bringen wollten. Bis hier hin alles ganz einfach.

Hart wurde es beim Willkommensgruß. Schon bei der Auswahl der Karten aus ihrem riesigen Postkarten-Fundus blieb uns die Spucke weg. Eine „Free Hugs“-Karte? Eine „Schwein gehabt!“-Karte? Eine „Get shit done.“-Karte? Postkarten an Flüchtlinge weiterlesen

Antwort & Gegenfrage: Ich fange & werfe Blogstöckchen.

Martin aus dem dunklen, dreckigen Reudnitz hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen. Ich habe es tatsächlich gefangen, which made my day, denn in der Schule fing ich nie irgendwas. Wenn Du wissen willst, was genau ein Blogstöckchen ist, frag ihn. Martin fragt dann Captain Corleone, der fragt dann Micha, der fragt dann den anderen Martin und der fragt dann Laura, von der kommt das Ding ursprünglich. Du könntest natürlich auch André, Ulrike oder Marsha fragen. Oder eben direkt Laura, aber dann würdest viele sehr erschütternde Fragen und Antworten verpassen.

Wie zum Beispiel: Antwort & Gegenfrage: Ich fange & werfe Blogstöckchen. weiterlesen

Ich möchte mit Thilo Sarrazin sprechen, mit Eva Herman & Béatrice Bourges.

Nachdem der Tageszeitung und auch queer.de die Akkreditierung zur Compact-Konferenz am 23.11. ohne Begründung verweigert wurde, habe ich mich soeben mit folgendem Wortlaut selbst um die Erteilung eines Pressetickets beworben. Irgendjemand muss den Homos, Queers und Gender-Mainstreamern dieser Nation doch endlich mal klar machen, wie das Häschen läuft.

Sehr geehrtes compact-Team,

für meinen Blog kopfkompass.de bitte ich um Akkreditierung als Pressevertreter bei der „2. COMPACT-Konferenz für Souveränität“ am 23. November in Leipzig*. (* Also Schkeuditz.) Dabei geht es mir keineswegs nur um Autogramme.

Die Redebeiträge Ihrer hochrangigen Gäste werden mit Sicherheit für angeregte Diskussionen sorgen, an denen ich mich im Interesse meiner (mit Blick auf traditionelle Rollenbilder leider noch nicht sehr vorbildlich lebenden) Leserschaft sehr gern beteiligen würde.

Folgende Fragen interessieren mich besonders: Ich möchte mit Thilo Sarrazin sprechen, mit Eva Herman & Béatrice Bourges. weiterlesen

Meisterschüleraustellung der HGB Leipzig: Kuratieren mit dem Cuttermesser

Ich gestehe: Mein Blick ist nicht unvoreingenommen. Diese Vergabe der Meisterschülerzeugnisse hätte meine sein können. Sie war es nicht, weil ich das Meisterschülerstudium geschmissen habe. Das Gefühl, nicht mehr an diese Hochschule zu gehören, war zu überwältigend.

Und dennoch glaube ich nicht, dass es nur mein starker persönlicher Filter war, der mich bei der Eröffnung der Meisterschülerausstellung heute Abend hat Dinge entdecken lassen, die mit bisschen Sekt im Kopf skurril, nüchtern betrachtet aber unerträglich sind.
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Was ist gute Kunst?

Zuweilen habe ich mich in meinem Kunststudium sehr gelangweilt. Insbesondere in Vorlesungen, in denen seelenlose Kunstwerke besprochen wurden. Anfangs habe ich mich dafür sehr geschämt. Wer bin denn ich, die Qualität eines Kunstwerkes zu beurteilen? Bitte was ist denn die Seele eines Kunstwerkes? Je mehr Arbeiten ich selbst produzierte, umso klarer wurde mir: Gute Kunst ist keine Frage des Geschmacks sondern eine Frage der  Qualität. Deshalb schreibe ich heute Texte. Und deshalb kann ich versuchen zu erklären, woran man gute Kunst erkennt. Ich verspreche: Es ist einfacher, als angenommen.
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Leipziger Dummheit: Bürger gegen Asylbewerber

Die Stadt Leipzig will eine marode Massen-Unterkunft für Asylbewerber am Rande der Stadt schließen und die Bewohner in mehrere kleine über das gesamte Stadtgebiet verteilte Einheiten umsiedeln. Nun wurde eine Bürgerinitiative gegründet um genau das zu verhindern.

Hier ein sehr sehenswertes Video zum Sachverhalt:

Bei diesem Protest geht es aber nicht um Asylbewerber. Es geht auch nicht um Menschen. Sondern um Dummheit. Und Rassismus – also Dummheit. Was deshalb besonders schmerzt, weil sie sich ausgerechnet in der Stadt Bahn bricht, die wie keine zweite in Deutschland für den Wunsch nach Demokratie, die Wahrung der Bürgerrechte und friedliches Zusammenleben stehen will. Die als Marke geschützte Leipziger Freiheit wird augenblicklich offenbar auch als die Freiheit nicht Nachzudenken verstanden.
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Im Namen des Volkes: Hinrichtungen in Leipzig

Als mir die kleine Gedenktafel an der Außenmauer des Leipziger Amtsgerichtes zum ersten Mal aufgefallen war, konnte ich es kaum glauben. In diesem Gebäude sollen bis in die 80er Jahre hinein Menschen hingerichtet worden sein. Im Namen des Volkes.

Gestern nun bot sich im Rahmen der Leipziger Museumsnacht die Gelegenheit, die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR zu besichtigen. Die Schleuse, die Verwahrzelle, den Hinrichtungsraum. Mir schaudert noch immer.

Zwischen 1960 und 1981 wurden mitten in der belebten Leipziger Südvorstadt 64 Menschen hingerichtet – ausschließlich Männer. Bis 1968 geschah dies durch die Guillotine. Wirklich: Man hat den Verurteilten auf ein bewegliches Brett geschnallt, ihn darauf unter eine Klinge geschoben und seinen Kopf nach dem Herabfahren der Klinge in einem Eimer aufgefangen. Das war praktisch, weil der Verstorbene in diesen Eimer ausbluten konnte.

Nach 1968 erfolgten die Hinrichtungen durch einen „unerwarteten Nahschuss ins Hinterhaupt“. Der Verurteilte wurde in den Vollstreckungsraum geführt, dessen Tür nach innen öffnete. Hinter der Tür versteckte sich der Henker mit geladener Pistole. Nachdem das Urteil nochmals verkündet wurde trat der Henker zügig von hinten an Verurteilten heran und erschoss ihn. Die Leichen wurden in einfachen Kiefernsärgen umgehend im nahegelegenen Krematorium auf dem Leipziger Südfriedhof verbrannt. Entweder deklariert als anonyme Einäscherung oder als Anatomieleichen oder als organischer Abfall aus der Universitätsklinik.
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