Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (5): Doch, Du möchtest einen Weihnachtsbaum

Es ist der 6. Januar dieses Jahres und ich habe den alten Weihnachtsbaum vor wenigen Stunden zum Müll gebracht. Das war doof. Ich weiß, dass Du Dich heute daran erinnern wirst. Deshalb empfehle ich Dir Folgendes. Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (5): Doch, Du möchtest einen Weihnachtsbaum weiterlesen

Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (4): Nein, du wirst nicht verreisen

Schon am 6. Januar dieses Jahres wusste ich etwas, dass Du wahrscheinlich gerade in Zweifel ziehst. Ich wette, Du fragst Dich gerade, ob Du Weihnachten dieses Jahr wirklich zu  Hause verbringen musst, oder ob es nicht doch die Möglichkeit gibt, kurzentschlossen irgendwohin zu flüchten. Am Liebsten irgendwohin, wo es kalt ist. Und einsam. Und wo Schnee liegt. Und Dir niemand auf die Nerven geht.

Ich prophezeie Dir: Du bleibst hier. Und das solltest Du auch. Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (4): Nein, du wirst nicht verreisen weiterlesen

Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (3): Du solltest dekorieren. Heute.

Ich weiß selber, dass das nervt. Ich hätte selber keine Lust, heute hinunter in den Keller zu steigen und den alten roten Koffer rauszukramen, in dem ich das Jahr über Räuchermännchen und Nussknacker zwischen spitzzackigen Herrnhuter Sternen gefangen halte. Aber wenn ich Du wäre (und die Wahrheit ist ja, dass ich Du bin bzw. war – ich schreibe dir vom 06. Januar aus) würde ich es trotzdem tun. Sonst passiert nämlich das gleiche wie im letzten Jahr und wie in den fünf Jahren davor. Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (3): Du solltest dekorieren. Heute. weiterlesen

Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (2): Ja, du möchtest Geschenke.

Vom 6. Januar 2013 aus gebe ich dir folgenden Rat: Versuch doch bitte, das „Weihnachten? Ohne mich!“-Gezicke in diesem Jahr so kurz wie möglich zu halten, ja? Ich weiß, du brauchst das. Und du machst das schon so lange, dass es beinahe selbst ein Brauch geworden ist, der zum Weihnachtsfest gehört. Aber es ist albern.
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Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (1)

Ich schreibe diesen Text am 6. Januar 2013. Gerade habe ich meinen Weihnachtsbaum aus meinem Schlafzimmerfenster im fünften Stock auf die Straße geworfen und traurig zur Sammelstelle geschleppt. Meinem Gefühl nach hätte er noch mindestens drei Wochen stehen bleiben müssen. Ich habe Weihnachten verpasst. Mal wieder. Deshalb schreibe ich dir von heute aus Briefe in die Zukunft. Ein großartiges Weihnachtsfest zu haben, dürfte gar nicht so schwer sein, wenn du ein paar Regeln beherzigst, die in den nächsten Tagen und Wochen hier erscheinen werden. Beginnen wir mit:

1. Bis zum 1. Advent solltest du alle Geschenke besorgt haben. Briefe an mich selbst für bessere Weihnachten (1) weiterlesen

Verwünscht

Für mich ist heute der letzte Feiertag. Eigentlich beginnt das neue Jahr erst morgen. Das hat nichts mit dem Dreikönigstag zu tun, oder mit dem sechsten Januar an sich. Das liegt ganz einfach daran, dass aus meiner Nahbeziehung morgen um 5 wieder eine Fernbeziehung wird. Und daran, dass ich den roten Kunstlederkoffer voller Räuchermänner und Pyramiden erst vor einer Stunde wieder im Keller verstaut habe. Und ein kleines bisschen auch daran, dass ich meine Festtagsstimmung einfach nich noch weiter ins Jahr hinein retten kann.

Aber genau hier ist der Punkt: Meine Fesstagsstimmung hat in dieser Saison vom 18. Dezember bis zum 6. Januar gereicht. Das ist absoluter Rekord seit dem letzten Weihnachstfest meiner Kindheit 1994. Und es hat sich genauso wunderbar angefühlt wie es sich anhört. Einer meiner Vorsätze für dieses Jahr ist, mehr und mutiger in meiner eigenen Zeit zu leben. Den Weihnachtsstern so lange im Fenster hängen zu lassen, bis ich genug von Weihncahten habe und nicht nur solange bis Weihnachten vorbei ist. Und meine Silvesterbowle so lange zu trinken wie sie mir schmeckt, was unter Umständen auch dazu führen kann, dass ich sie neu aufgießen muss, so wie heute geschehen. Und mich gut dabei zu fühlen. Bisher funktioniert es.

Dieser Vorsatz war nicht wirklich meine Idee. Dieser Vorsatz kam mir, als ich mich am Silvestertag nach reichlicher Überzeugungsarbeit meiner besten Freundin in Disneys Weihnachtskommödie „Enchanted – Verwünscht“ wiedergefunden habe. Die Story ist schneller erzählt, als mir lieb ist: Eine Märchenprinzessin aus dem Trickfilmland wird von einer bösen Fee ins New York unserer Tage katapultiert und erlebt hier auf der Suche nach ihrem Prinzen zahlreiche Skurillitäten, die meistens von ein und der selben verschrobenen Eigenart der Prinzessin ausgelöst werden: ihrem grenzen- und bedingungslosen Glauben an eine romantische Liebe, die wir uns außerhalb eines Kinosaals heute gar nicht mehr zu wünschen wagen.

Ich bin lange genug Zeitgenosse um zu wissen, das wir rosarotem Heiapopeia im waren Leben aus gutem Grund misstrauen und dass ein Disney-Weihnachtsmärchen ungefähr soviel mit der Realität zu tun hat, wie die Kalorienangabe auf einer Trüffelpackung mit Genuss.

Trotzdem hat mich das beeindruckt. Und zwar so sehr, dass ich sogar sieben Tage danach noch davon schreiben muss. Der Prinzessin ist es nämlich gelungen, Teile ihrer notorisch-gutgelaunten, euphorisch-hysterischen Traumwelt auf die neu gewonnenen Mitstreiter zu übertragen. Denen das ziemlich gut tat.

Seit dem Abspann des Filmes ist mir nicht ein guter Grund eingefallen, mir nicht auch so eine wohlparfümierte, seifenblasige Realitätsalternative zuzulegen, in der ich lieber bis zum 6. Januar Weihnachten feiere, anstatt pflichtbewusst und graugesichtig von KW 1 in KW 2 zu schlittern.

Mal sehen, wie lange die Blase hält.

Es funktioniert: Weihnachtsvorfreude durch Konsum!

Ich weiß, dass es (Achtung: Reizwort:) normal ist, dass die Vorfreude auf Weihnachten umgekehrt proportionale zum Lebensalter ist. Außer man sorgt für Nachwuchs. Weihnachtsvorfreude ist kindlich. An Stelle dieser kindliche Vorfreude tritt mit den Jahren neben der schwer auszuhaltenden Enttäuschung, dass der Weihnachtsmann nicht durch den Schornstein sondern aus dem Kostümverleih kommt, der nervtötende Druck, jedem seiner Lieben ein möglichst persönliches und möglichst originelles Geschenk überreichen zu können, dass auf gar keinen Fall nach industrieller Massenproduktion , geistloser Ressourcenverschwendung oder 20% Rabatt riechen darf.

Man selbst wünscht sich entweder gar nichts sondern lässt sich von der Kreativität seiner Mitmenschen überraschen, was meistens in der feierlichen Übergabe von Rasiersets, Romanen oder aber tatsächlich Socken mündet, oder aber man wünscht sich nützliche Dinge wie Bücher für’s Studium, eine 50er Spindel DVD-Rohlinge oder eine vernünftige Backform. Und das alles nur, weil man den ganzen Werbefuzzis, die einen den ganzen Tag über einreden wollen, dass sinnfreier Konsum glücklich machen würde, den Stinkefinger zeigen will.

Wie albern! Also ob die Werbefuzzis eine Flasche Sekt -äh Champagner köpfen würden, nur weil ich meinen Stolz verliere.

Dieses Jahr habe ich es so gemacht, wie ich es als Kind gemacht habe: Ich habe mir ein Spielzeug gewünscht. Ein Ding also, dass weder nützlich, noch sinnvoll, noch idealistisch wertvoll ist. Ein Ding, dessen einzige Bestimmung es ist mich zu unterhalten, mir Spaß zu machen, und meine Zeit zu vergeuden.


(Foto: davemee bei flickr.)

Dieses Ding heißt Nabaztag. Das ist armenisch und bedeutet: (Trommelwirbel, Tusch, Feuerwerk:) Hase. Es handelt sich hierbei um eine 20cm hohen Plastikhasen, den die freundlichen Kollegen vom Ice-Blog völlig zurecht als Tamagotchi 2.0 bezeichnen. Das Häschen wählt sich über WLAN ins Internet ein, surft dort fröhlich vor sich hin und liest dann und wann vor, was ihm so vors Näschen kommt. Es kann E-Mails checken, den Wetterbericht ansagen und auf Kommando eines anderen Anwenders auf der anderen Seite des Erdballes suuuperputzig mit den Ohren wackeln.

Mein Schatz wird es mir zu Weihnachten schenken.

Ich freu mich wie ein kleiner Junge und zähle die Tage.