Warum meine Liebe 17 Mal weniger defizitär ist als Ihre Denke, Herr Matussek

Publizist Matthias Matussek outete sich mit seinem Artikel vom 12. Februar als offen homophob. Man soll Trolle nicht füttern, aber ich konnte nicht anders. Ich schrieb ihm folgenden offenen Brief.

Lieber Herr Matussek,

ich bin mir nicht sicher, ob Sie Ihre Gedanken in dringender Geilheit auf einen derbe provokanten Text nicht zu Ende denken konnten, oder ob Sie sich in Ihrer Gier nach Aufmerksamkeit gröbere intellektuelle Schnitzer großzügig genehmigten. Vielleicht können Sie es wirklich nicht besser; das täte mir leid. Warum meine Liebe 17 Mal weniger defizitär ist als Ihre Denke, Herr Matussek weiterlesen

10 Sätze & ein „Oh.“ über den Hitzlsperger-Hype

Ein prominenter Mann erklärt öffentlich, dass er sich in Männer verliebt.

Der deutsche Regierungssprecher lobt diesen Schritt im Namen der Bundesregierung, Ex-Außenminister Westerwelle zollt größten Respekt, Premierminister Cameron drückt seine Bewunderung aus, Fußballfunktionäre und andere Sportler erklären in jede Kamera wie toll, toll, toll sie alles finden. Die Kombination „Hitzlsperger“ und „Coming-Out“ erzielt nach vier Tagen 8,7 Millionen Treffer bei Google.

Sicher, dass das hier dieses 21. Jahrhundert ist, von dem alle reden? Irgendwie bin ich peinlich berührt. 10 Sätze & ein „Oh.“ über den Hitzlsperger-Hype weiterlesen

Verweigerung der Presseakkreditierung für die compact-Konferenz

Am 9. Novemeber hatte ich mich mit ausführlicher Begründung und einem vorgefertigten Fragenkatalog um die Gewährung einer Presseakkreditierung bei der am kommenden Samstag in Schkeuditz statt findenden compact-Konferenz beworben.

Ich verstehe mich zwar keineswegs als Journalist, aber nachdem der taz und quuer.de die Akkreditierung verweigert wurde, hätte ich mein Bestes gegeben, meiner gender-mainstreaming-braingewashten Leserschaft mit dem wertvollen auf der Konferenz erlangten Faktenwissen klarzumachen, wie gefährdet Deutschland, Europa und die Welt als solches ist, wenn diese Homos weiterhin darauf bestehen, allen Ernstes wie normale Menschen behandelt zu werden.

Heute erhielt ich Antwort. Folgende: Verweigerung der Presseakkreditierung für die compact-Konferenz weiterlesen

Ich möchte mit Thilo Sarrazin sprechen, mit Eva Herman & Béatrice Bourges.

Nachdem der Tageszeitung und auch queer.de die Akkreditierung zur Compact-Konferenz am 23.11. ohne Begründung verweigert wurde, habe ich mich soeben mit folgendem Wortlaut selbst um die Erteilung eines Pressetickets beworben. Irgendjemand muss den Homos, Queers und Gender-Mainstreamern dieser Nation doch endlich mal klar machen, wie das Häschen läuft.

Sehr geehrtes compact-Team,

für meinen Blog kopfkompass.de bitte ich um Akkreditierung als Pressevertreter bei der „2. COMPACT-Konferenz für Souveränität“ am 23. November in Leipzig*. (* Also Schkeuditz.) Dabei geht es mir keineswegs nur um Autogramme.

Die Redebeiträge Ihrer hochrangigen Gäste werden mit Sicherheit für angeregte Diskussionen sorgen, an denen ich mich im Interesse meiner (mit Blick auf traditionelle Rollenbilder leider noch nicht sehr vorbildlich lebenden) Leserschaft sehr gern beteiligen würde.

Folgende Fragen interessieren mich besonders: Ich möchte mit Thilo Sarrazin sprechen, mit Eva Herman & Béatrice Bourges. weiterlesen

Warum es diskriminierend ist, dass Schwule kein Blut spenden dürfen

Vor eineinhalb Jahren schrieb ich einen längeren Beitrag über den Fakt, das schwule Männer in Deutschland kein Blut spenden dürfen. Der Artikel ist hier nachzulesen. Davon ausgehend wurde heute auf App.net darüber diskutiert, ob das Diskriminierung sei oder nicht.

Es ist Diskriminierung. Ich rechne das im Folgenden gern vor. Warum es diskriminierend ist, dass Schwule kein Blut spenden dürfen weiterlesen

10 Sätze über „ein gewisses Unbehagen“ gegenüber der Adoption durch Homosexuelle

Nachdem das Bundesverfassungsgericht letzte Woche klargestellt hat, dass verpartnerte homosexuelle Paare verheirateten heterosexuellen Paaren steuerlich gleichgestellt werden müssen, gibt es nur noch ein Privileg, das  gemischtgeschlechtlichen Eheleuten vorbehalten bleibt: die Adoption von Kindern.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Bouffier sagte dazu gestern gegenüber dem Spiegel, dass ein eventuelles Adoptionsrecht ein viel schwierigeres Thema sei, als die steuerliche Gleichstellung; schließlich gehe es beim einen nur ums Geld, beim anderen aber (Sie ahnen es!) ums Kindeswohl. Nachdem er einräumte, dass selbstverständlich auch Homosexuelle Kinder liebevoll erziehen könnten, heißt es weiter: 10 Sätze über „ein gewisses Unbehagen“ gegenüber der Adoption durch Homosexuelle weiterlesen

Offener Brief zum Thema Schwul-Unterricht

Vorgestern veröffentlichte das Mitglied der Landespressekonferenz Sachsen, Andreas Harlaß, auf bild.de einen unerträglichen Artikel mit dem Titel: „Irre Idee aus Sachsen: Linke wollen „SCHWUL–Unterricht“ einführen“. Darin behandelt er einen Vorstoß der LINKEN zur Ausweitung der Aufklärung an Grundschulen. Wie bei BILD üblich, ist der Inhalt des Textes mit dem Überfliegen der Überschrift verstanden: Herr Harlaß findet’s doof, ja sogar ungeheur gefährlich. Die sächsischen Schulaufklärungsprojekte haben darauf bereits mit einer gemeinsamen Presse-Erklärung reagiert, die alle von BILD provozierten Irritationen klärt.

Offen bleibt aus meiner Sicht nur eine einzige Frage: Wie muss man eigentlich drauf sein, um so einen Text zu verfassen? Um dies zu klären, schickte ich Herrn Harlass gerade folgenden offenen Brief: Offener Brief zum Thema Schwul-Unterricht weiterlesen

Warum ich nicht will, dass ihr wisst, wie Homosexualität entsteht

Als ich mich outete (und auch der Letzte eingesehen hatte, dass ich nicht behauptete, schwul zu sein, weil ich noch nie eine Freundin hatte, sondern dass ich noch nie eine Freundin hatte, weil ich schwul bin,) brach unter Familie und Freunden ein bunter Wettkampf um die plausibelste Herleitung meiner, nun ja: Andersartigkeit aus. Am Ende gab es leider keinen Gewinner, einen eindeutigen Verlierer aber schon: mich. Warum ich nicht will, dass ihr wisst, wie Homosexualität entsteht weiterlesen

Wer in meiner schwulen Beziehung die Frau ist.

Als ich gestern Abend von der Runde mit meiner Hündin nach Hause kam, begrüßte mich meine Nachbarin im Hausflur und verwickelte mich in ein Gespräch. Meine Nachbarin ist 74, ein bisschen rau, ein bisschen laut, sehr herzensgut. Manchmal passt sie ein Stündchen auf meinen Hund auf, manchmal helfe ich ihr mit ihrem Fernseher. Oft nimmt sie meine Pakete an.

Als unser Geplänkel beendet war und ich schon einen Treppenabsatz genommen hatte, rief sie: „Ach, und-„.
Ich drehte mich um.
„Was ich schon lange mal fragen wollte: Wer ist eigentlich bei euch die Frau?“
Wer in meiner schwulen Beziehung die Frau ist. weiterlesen

Bildkritik: Über die Vorstellungen von Erfolg

Weil sie mit einem ausgeklügelten Schneeballsystem Tausende Anleger um ihr Geld gebracht haben sollen, sitzen die Gründer der Frankfurter S&K Gruppe, Stephan Schäfer und Jonas Köller seit letztem Dienstag in Untersuchungshaft. Der Fall an sich interessiert mich nicht besonders, aber ein offenbar privates Foto, das dazu auf welt.de veröffentlicht wurde, geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Stephan Schäfer zeigt auf mich im elegant geschnittenen schwarzen Anzug vor einer blassgelben Neubauvilla posierend, flankiert von jungen Frauen in dunkler Unterwäsche, von denen sich fünf in zwei blitzblanken Sportwagen räkeln, zwei weitere Laufsteg-Posen vorführen und sich eine achte mit einer Flasche Champagner den Oberschenkel kühlt.

Ich verstehe, was ich sehe, aber ich bin ratlos. Bildkritik: Über die Vorstellungen von Erfolg weiterlesen