Support nach Lust und Laune: Warum das T100TA mein letzter Asus Laptop war

Ende letzten Jahres kaufte ich mir einen kleinen neuen Laptop. (Ich habe hier davon geschwärmt.) Es war mein erster ohne mechanische Bauteile und ohne Lüfter, dafür aber mit abnehmbarer Tastatur und Touchscreen. Es war außerdem mein erster Laptop von Asus. Ein T100TA. Und es wird mein letzter dieses Herstellers gewesen sein, nachdem ich den Support von Asus kennenlernen durfte.

Vorweg: mit knapp 400 Euro war der Rechner sehr günstig. Seiner Verarbeitung war das leider deutlich anzumerken. Die Tastatur war leicht in verwunden, von Zeit zu Zeit musste ich sie gerade biegen, damit sie beim Tippen nicht klapperte. Die Micro-SD-Speicherkarte verschwand gleich beim ersten Einschieben so fest im dafür vorgesehen Schlitz, dass ich sie nie wieder herausbekommen habe. Nach circa 2 Monaten hatten sich alle drei auf das Tastaturteil geklebten Gummi-Abstandhalter verabschiedet und ich wandte mich erstmals an den Support. Per E-Mail fragte ich an, ob man mir freundlicherweise drei neue Abstandhalter zusenden könne. Das könne man nicht, antwortete man mir, ich könne das Gerät aber gern zur Reparatur einsenden. Dann würde man fachgerecht drei neue Abstandhalter einkleben. Ich fand das albern und ließ es.

Ungefähr vier Monate nach dem Kauf, als ich gerade einen Text wie diesen tippte, knackte es plötzlich. Etwa zwei Zentimeter unter dem oberen Rand hatte sich in der horizontalen Mitte des Bildschirmes ein kleiner Riss gebildet. „Schatz! Mein Display reißt!“ Gemeinsam mit meinem Lieblingsmenschen und ein paar Keksen konnte ich in den folgenden Minuten beobachten, wie sich der Riss aus der Mitte des Displays zu beiden Rändern fraß. Ich schwöre: Der Riss passierte einfach so. Ich habe den Bildschirm in diesem Moment nicht berührt und auch vorher weder Stürzen noch Druck ausgesetzt. Es *muss* sich um einen Spannungsriss gehandelt haben. Ich konnte dafür rein gar nichts.

Der Rechner wurde binnen weniger Sekunden unbenutzbar, da entlang des Risses fortan permanent Eingaben erkannt wurden. Ich habe ungelogen fast eine Stunde gebraucht, um den Touchscreen in der Systemsteuerung zu deaktivieren und abspeichern zu können, woran ich gerade arbeitete. Dann begann das Abenteuer. Support nach Lust und Laune: Warum das T100TA mein letzter Asus Laptop war weiterlesen

Gehabt, nun gut: 31 Dinge später

Vor genau einem Monat begann ich, jeden Tag einen Gegenstand wegzugeben. Hier ist die Anmoderation dazu, und hier der Beweis, dass ich das wirklich tue. Ich fand und finde, dass ich zu viel besitze. Und zwar nicht nur mehr als ich brauche, sondern auch mehr als mir gut tut. Ich fand und finde, dass Besitz nicht nur meine Räume verstopft, sondern auch meine Seele. Es ist komisch, das Wort Seele in diesen Blog zu schreiben. Gehabt, nun gut: 31 Dinge später weiterlesen

Gehabt, nun gut. Mein Verhältnis zu den Dingen.

Ab morgen werde ich versuchen, jeden Tag einen Gegenstand wegzugeben. Ich werde diesen Gegenstand vorher fotografieren und ihm ein paar Zeilen widmen. Wer möchte, kann das auf gehabtnungut.tumblr.com mitverfolgen.

Oder ausführlicher: Das Verhältnis zwischen den Dingen und mir ist schwierig. Ich habe ziemlich jung ziemlich viel geerbt. Kein Geld zwar, aber Besitz. Nein, keine Ländereien, keine Immobilien, sondern einen Hausstand. Geschirr, Geschirrhandtücher, Handtücher, Tücher, Tischwäsche, Bettwäsche, Vasen, Sektgläser, Weingläser, Schnapsgläser, Biergläser, Saftgläser Gehabt, nun gut. Mein Verhältnis zu den Dingen. weiterlesen

2013: 5 (plus 1) Technologien, die mein Leben besser gemacht haben

In Sachen Jahresend-Favoriten-Listen bin ich ganz offensichtlich auf den Geschmack gekommen. Weil ich mit dem Artikel über die 5 hartnäckigsten Soßenflecken noch nicht ganz fertig bin, möchte ich heute auch anhand meiner 5 persönlichen Techniklieblinge dieses Jahres die konsumgestützte Zukunftsgläubigkeit feiern.

#1. ASUS T100 stellv. für Intel Bay Trail Convertibles

Asus T100
Asus T100

Ich glaube, so hat die Evolution sich das gedacht, mit den Rechnern. Oder zumindest ich. Ein Tablet mit einem 10 Zoll Bildschirm und ansteckbarer Tastatur. Perfekt, um es auf den Wannenrand zu stellen und in der Badewanne Maischberger zu schauen. Perfekt, um im Schwingsessel sitzend, die Beine auf dem Fußbänkchen, Blogbeiträge wie diesen zu verfassen. Perfekt, um Webseiten zu lesen und anzufassen. Leicht genug, um es überall mit hinzunehmen; handlich genug, um das auch zu tun. Ein Rechner, der nicht ningelt. Du klappst ihn auf und er ist bereit, kein Hochfahren, kein Warten. Der Akku hält 10 Stunden und lässt dich in Ruhe. Kein Netzkabel, das nach deinen Füßen angelt. Kein mechanischer Lüfter, der dir sein Leid heult. Keine Festplatte, die klickert. In Ruhe arbeiten. Und ja: Arbeiten. Auf dem T100 läuft echtes Windows 8. Also echtes Office, echtes OneNote und echtes Thunderbird. Ich bin begeistert (und tendiere daher möglicherweise dazu, die Nachteile zu übersehen. Als da wären: Kein DVD-Laufwerk, keine Gnade für Wurstfinger, perfektionierter Fingerabdruck-Magnetismus, Plastik-Finish und zero open source. Ach, und ein Preis von immerhin 379 Euro.) [Update: 18.04.2014: Die Geschichte ging böse aus. Details hier.)
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10 Sätze über vegane Fleischersatz-Produkte

Niemand wird Veganer, weil ihm Fleisch nicht schmeckt.

Wie die Meisten hatte ich, bis ich groß und stark war, schmatzend eine Menge Schnitzel, Bratwürste, Broiler, Steaks und Knackwürste verdrückt und einige Hundert der leckersten Bouletten der Welt, die leider nur meine (!) Mutter herstellen konnte. Wie für die Meisten war die Völlerei der Genuss von Fleisch in meinem Elternhaus eine leckere Selbstverständlichkeit, auf die mein Geschmacksempfinden jahrelang konditioniert wurde, wie meine Hündin auf meinen Pfiff.

Das änderte sich nicht, als mir schließlich dämmerte wie viel Leid ich mit zu verantworten habe, damit die heiße Bockwurst schließlich fettspritzend unter meinem beherzten Biss zerplatzen kann. Das änderte sich auch nicht, als ich kapierte, was für eine ökologische Katastrophe die Produktion von knusprigen Chicken Wings ist; ich fürchte ehrlich gesagt, das wird sich nie ändern.
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Strategische Konsumverweigerung gegen schlechte Arbeitsbedingungen?

Ich glaube an die Idee, dass jede Konsumentscheidung auch eine politische Entscheidung ist. Ich glaube daran, dass es einen Unterschied macht, ob ich argentinische Äpfel kaufe oder deutsche, ob ich Fairtrade-Kaffee trinke, oder den von Nestlé, ob meine T-Shirts von Trigema sind von Takko. Obwohl ich’s wirklich nicht übermäßig dicke habe, bin ich ein großer Freund des strategischem Konsums und deshalb auch bereit, mancherorts mehr zu bezahlen, als ich anderswo müsste.

Es nervt mich sehr, wenn Menschen abstreiten, dass sie auch wählen, wann immer sie etwas kaufen. Es nervt mich, wenn versucht wird zu leugnen, dass Geld ausgeben auch mit Verantwortung zu tun hat, und zwar nicht nur für sich selbst.

Allmählich aber wird’s bisschen eng, denn wo immer ein Blick hinter die Kulissen gelingt (bei H&M, Apple, Sony, Rewe, Lidl und heute eben bei Amazon) möchte man im Strahl kotzen.
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E-Ink-Ergonomie-Extase

Über die Vor- und Nachteile von E-Readern ist alles gesagt. Sie sind leicht, klein und drahtlos befüllbar, aber die darauf gespeicherten Bücher bleiben virtuell, lassen den Geruch und die Haptik von Papier vermissen und ruinieren den stationären Buchhandel.

Und trotzdem habe ich das Bedürfnis, auch noch meinen Senf dazu zu geben.

Ich besitze seit Weihnachten einen Kindle Paperwhite, auf dem ich inzwischen drei Bücher gelesen habe. Für meine Verhältnisse ist das astronomisch viel. (Dass das an der Kindle Leihbücherei nicht liegen kann, habe ich hier erklärt.) Der meiner Meinung nach allergrößte Vorteil eines E-Readers war mir nämlich gar nicht klar, als ich das Ding auf meinen Wunschzettel packte.

Lesen war noch nie so ergonomisch:
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Die Kindle-LeiDbücherei

Ich finde, dass es viele gute Gründe für die Anschaffung eines Kindle gibt. Die Amazon Leihbücherei zählt allerdings nicht dazu. Die ist nämlich ein Witz.

Das merkt man allerdings nicht sofort. Zunächst ist man nämlich sehr zuversichtlich, dass man unter den gut 10.000 verfügbaren Titeln genug Spannendes finden wird. Wird man aber nicht. Hier sind die Top-3-Gründe:
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Böller statt Moralapostelei

Nichts nervt mich zwischen den Jahren so sehr, wie dieses ewige XY-statt-Böller-Moralapostelei: Brot für die Welt findet, ich sollte lieber Geld spenden, als davon Böller zu kaufen; das Tierheim aus dem ich meinen Hund habe will, dass ich Katzenfutter davon bezahle und der Online-Lebensmittelversand meiner Wahl schlägt vor, gleichermaßen Menschen und Tiere zu unterstützen, aber um Himmels willen doch bitte nicht zu knallen.

Ich möchte aber Böller kaufen.

Ich liebe es, an Silvester Raketen in den Himmel steigen zu lassen. Und wenn es die Raketen nur in einer Sammelpackung mit Böllern gibt, dann zünde ich auch die. Mit Freuden. Und aus Gründen.
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10 Sätze über chinesische Erdbeeren

Gestern wurde bekannt, dass sich die 11.200 Personen, die in den letzten Wochen vor allem in Ostdeutschland wegen Brechdurchfalls behandelt werden mussten, wahrscheinlich durch den Verzehr von Erdbeerkompott infiziert haben, das die Großküche Sodexo an Schulen und Kindergärten ausgeliefert hat.Die Erdbeeren, die als Grundlage für die Nachspeise dienten, wurden als Tiefkühlware aus China importiert, heißt es am Rande der Meldung.

Vom mikrobiologischen Klima mal ganz abgesehen, kann da was nicht stimmen.

Wir lassen also in China Erdbeeren pflanzen und düngen, hegen und pflegen, ernten, waschen, schneiden und verpacken? Und anschließend transportieren wir sie tiefgekühlt – also unter ständiger Zufuhr von Energie – per LKW zum Hafen und von dort aus per Schiff um den halben Erdball, um sie die letzten paar hundert Kilometer wieder per LKW zur Großküche zu karren, wo sie dann aufgetaut und mit Zucker überschüttet werden, damit sie anschließend auf kleinere LKW geladen werden können, die sie endlich zu den Schulen und Kindergärten bringen in denen sie dann gegessen werden? Und wir tun dies nicht, weil chinesische Erdbeeren leckerer, größer, saftiger oder sonstwie besser wären, sondern weil das einfach billiger ist, als die Erdbeeren hierzulande anzubauen, zu ernten und einzufrieren bis einer auf die Idee kommt, Ende September Kompott daraus zu machen? Geht’s noch?

Dass auf diesen Odysseen, die sehr wahrscheinlich nicht nur tiefgekühlte Erdbeeren bis zu unseren Kantinentabletts zurücklegen müssen nicht viel häufiger Krankheitserreger eingetragen werden, darf bestaunt werden. Schließlich ist eine lückenlose Kühlkette von mindestens siebeneinhalb Tausend Kilometern länger gerade für so leichtverderbliche Früchte wie Erdbeeren ein respekteinflößendes logistisches Kunststück.

Und eine völlig sinnlose ökologische Katastrophe.