Warum verhindern Sie das Ehegattensplitting für die Homo-Ehe, Herr Dr. Schäuble?

Ich sehe ja ein, dass die eingetragene Lebenspartnerschaft eine prima Sache für unser Land ist. Die Homos kriegen ein bisschen Romantik und was offizielles in die Hand und sind fürderhin gegenüber Hasimausi oder Schnuffelbärli voll unterhaltspflichtig inklusive Versorgungsansprüchen die über eine Entpartnertung (volksmündlich hier auch gern Scheidung genannt) hinaus reichen. Die Sozialsysteme werden entlastet (auch weil Witwen- und Betriebsrenten erst langwierig gerichtlich erkämpft werden mussten) und es kommen ordentlich Steuern, weil das Ehegattensplitting für die Homo-Ehe einfach nicht gilt.

Noch nicht. Geht es nach dem Willen von Wolfgang Schäuble bleibt das auch so. Es wird aber nicht nach seinem Willen gehen. Jedenfalls nicht mehr lange. Heute schrieb ihm folgenden Brief:
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My boyfriend went vegan – und hat sich in eine brutale Sexmaschine verwandelt

Einmal mehr greift PeTA mit beiden Händen ellenbogentief in die Jauchegrube des Sexismus, um mit beeindruckender Treffsicherheit neben dem stinkensten Klumpen heterosexueller Normativität diesmal auch einen widerwärtigen Batzen sexueller Gewalt zu Tage zu fördern. Keine besonders objektive Anmoderation, das sehe ich ein, aber nachdem folgender Clip seit 14. Februar bald 3 Millionen mal gesehen wurde – und damit zweifellos zu einem Renner im Netz geworden ist – seien mir drastische einführende Widerworte gestattet.

Weil ich aber einsehe, dass das Schimpfen auf meinem Blog allein wenig bewegen wird, habe ich mich per E-Mail mit PeTA in Verbindung gesetzt und mitgeteilt, dass ich als Fördermitglied des Vereines nicht bereit bin, „dieses Maß an Sexismus, Zementierung überkommener Rollenklischees und Verharmlosung sexueller Gewalt länger mitzutragen oder gar zu finanzieren.“

PeTAs Antwort kam binnen weniger Stunden in Form eines sicherlich tausendfach versandten, daher aber nicht minder lesenswerten Textbausteines.

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Butler auf dem CSD: Politisch ist anders!

Dass der Berliner Mainstream-CSD schon seit einigen Jahren keine politische Veranstaltung mehr ist, kann niemandem entgangen sein. Zu Abba-Hits im schrägen Elektro-Megamix wackeln sich Boys und Bären, Butches und Femmes in knappen Karnevalskostümen durch die halbe Stadt zur Siegessäule (und dieses Jahr weiter zum Brandenburger Tor), den neuesten Alkopop in der einen und die heiß gelaufene Digicam in der anderen Hand. Grundsätzlich wäre gegen eine halbnackt gefeierte, sommerliche Open-Air-Disko ja auch überhaupt nichts einzuwenden, würde sie nicht an die gefährlichen Demonstrationen von Schwulen und Lesben gegen die gewaltsamen Razzien in Homoclubs im New York der 60er Jahe erinnern und davon ausgehend für die Rechte Homosexueller in unserer Gesellschaft eintreten wollen.
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Neu: iHomophob by Apple

Bisher habe ich das Geschrei um Apples rigide Zensurpolitik eher belustigt als besorgt verfolgt. Ähnlich wie Cäsar in der Arena entscheiden die kalifornischen Designkönige mit Daumen hoch oder Daumen runter über Sein oder Nicht-Sein von Anwendungen, e-Books oder elektronischen Magazinen in ihrem App-Store. Mitunter geht es dabei auch um Leben und Tod der kleinen Entwicklerfirmen, die in die Programmierung ihrer Software speziell für die Apple-Geräte viel Geld gesteckt haben, nun aber wegen Daumen runter damit keines verdienen dürfen. Die antiquierten, ja geradezu biederen Vorstellungen von Moral und Züchtigkeit, die aus vielen dieser Entscheidungen sprechen, beispielsweise aus jener, das barbusige Bild-Mädchen auf Seite 1 einen Bikini anzuziehen, kommen mir zwar geradezu lächerlich bevormundend vor, haben mich aber bisher nicht besonders aufgeregt.
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Aber dalli: Wählen gehen!

Raus aus den Federn und ab zur Urne, aber zack zack! Auf dem Rückweg kann ja wer will ja frische Brötchen von der Tanke mitbringen. Gefrühstückt wird nämlich nach der Wahl.

Wählen ist erste Bürgerpflicht. Und nach dem erhobenen Zeigefinger von Herrn Ramelow wird ja wohl keiner mehr Widerworte wagen, oder? Würde ich auch nicht empfehlen. Sonst gibt’s ne gepfefferte Backpfeife! Und Herrn Ramelows Handgelenk scheint mir heute besonders locker.

Und wie es nach der Wahl weitergeht, wenn jeder sein Kreuz an der Stelle gemacht hat, an der es Herr Ramelow befielt wurde beim gestrigen Wahlkampfabschluss in Erfurt sehr plastisch aber nicht minder poetisch symbolisiert:

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Herr Ramelow, wer auch immer Sie in PR-Fragen zum Wahlkampf beraten hat, kann sie überhaupt nicht leiden. Wer immer es ist, möchte mit allen Mitteln verhindern, dass Sie in den nächsten Jahren politisch irgend etwas mitzuentscheiden haben.

Erhobene Zeigefinger gehören in wilhelminische Kinderheime, Backpfeifenhände auf Wahlplakaten ins Kuriositätenkabinett und Politiker, die auf Nagelbrettern stehen unter denen Menschen liegen schlichtweg verboten.

Wer? Gerechtigkeit?

Wann immer ich irgend wo aufschnappe, dass mal wieder ein Junger Mann den Mut, die Nerven und das nötige Kleingeld hat, die himmelschreiende Ungerechtigkeit der deutschen Wehrpflicht gerichtlich verhandeln zu lassen, meditiere ich noch am gleichen Abend eine Stunde lang darüber, um dem heroischen Pazifisten universelle Kraft zu schicken und Justitia endlich zur Vernunft zu bringen.

Jedes Mal denke ich, diesmal stehen die Chancen prima. Und der Mond. Und die Sterne. Mir persönlich fällt ja schon seit Jahren kein einziges Argument mehr ein, mit dem man die Wehrpflicht in ihrer jetzigen Form ernsthaft rechtfertigen könnte. Und außerdem fühlt sich das Versenden universeller Energie wahnsinnig gut und intensiv an, so gut, dass ich meine, dass eigentlich gar nichts mehr schief gehen kann.

Jedes Mal allerdings, werde ich eines Besseren belehrt. Universelle Energie nützt gar nichts. Die kann man nicht einmal in der Pfeife rauchen. Aber Vernunft hilft offenbar auch nur wenig.

In der Klage, die ja nun gestern vom Bundesverfassungsgericht abgeschmettert wurde, ging es ja leider gar nicht um Sinn und Unsinn der Wehrpflicht an sich, sondern nur darum, dass es der inzwischen 20-jährige Kläger nicht einsehen konnte, dass der Kelch der Einberufung an vier seiner Kumpels vorübergeht, und ausgerechnet er nun neun Monate lang daraus trinken soll, nur weil er der 5. ist. Kater garantiert.

Offenbar war die Klageschrift aber schlampig formuliert, weil dieses Verhältnis auch Zivildienstleistende und Wehruntaugliche mit einbezieht, die in dieser Berechnung aber nichts zu suchen haben, weil sie – Zackig! Zackig! – in die Krankenhäuser gehören, um dort Nachtschichten auf der Pflegestation zu schieben, oder gezwungen werden, ihre Jugend auf einem Rasenmähertraktor zu vergeuden, mit dem sie garantieren, dass die Ferienlager unserer Republik schön ordentlich bleiben.

Dabei muss man gar nicht lange recherchieren, um die Pflicht zum Dienst an der Waffe oder an den schlecht bezahlten Rändern der Gesellschaft als skandalös diskriminierend zu entlarven. Im Artikel 3 Absatz 2 unseres gern zitierten Grundgesetzes heißt es nämlich:

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Artikel 12 Absatz 2 erklärt weiterhin:

Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

Im Artikel 12a Absatz 4 steht dann jedoch plötzlich:

Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an zivilen Dienstleistungen im zivilen Sanitäts- und Heilwesen sowie in der ortsfesten militärischen Lazarettorganisation nicht auf freiwilliger Grundlage gedeckt werden, so können Frauen vom vollendeten achtzehnten bis zum vollendeten fünfundfünfzigsten Lebensjahr durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zu derartigen Dienstleistungen herangezogen werden. Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.

Was ist also falsch im folgenden Bild?

Das riecht mir doch nach einer 1A-Gelegenheit ein neues Preisausschreiben auszuloben:
Wer es schafft, mir auch nur ein schlüssiges Argument dafür zu liefern, warum es fair sein könnte, dass unser Staat nach wie vor willkürlich junge Männer dazu zwingen kann neun Monate ihres Lebens mit einem zweifelhaften Pflichtdienst zu vergeuden, der ihre persönliche Lebensplanung knallhart unterbricht, während Frauen in dieser Zeit völlig frei ihre Karriere, Selbstfindung oder Familienplanung vorantreiben können, dem backe ich einen spitzenmäßigen Guglupfhelm mit Rumrosinen und Zitronenglasur.

Eine Pappkrone für Volker Kauder!

Auch der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion hat eine nebulös-morastige Meinung zum Thema, deren Äußerung er sich nicht verkneifen kann:

„Es gibt auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse. Volles Adoptionsrecht für Schwule und Lesben widerspricht den Interessen von Kindern.“

Nun ist es keine Neuigkeit, dass der Beleg fast jeder auch noch so hanenbüchenen Meinung zuerst davon abhängt, ob man das nötige Kleingeld dafür hat, die Studie in Auftrag zu geben, die sie belegt. So muss sich auch die von Bundesjustizministerin Zypries in Auftrag gegebene Studie diesen Vorwurf gefallen lassen. Robin Alexander von Der Welt zum Beispiel findet nämlich, dass Sie wie die meisten Studien zum Adoptionsrecht für Homosexuelle die „Kein-Unterschied-Doktrin“ verfolgt, obwohl es freilich sehr gravierende Unterschiede zwischen homo- und heterosexuellen Eltern gäbe. Was, soweit ich die Debatte verfolgt habe übrigens auch niemand bestreitet.


Was hingegen durchaus streitbar bleibt, ist die Frage auf welche Studien sich Herr Kauder denn bezieht und welche „anderen wissenschaftlichen Erkenntnisse“ es sind, die mir bisher vorenthalten blieben. Selbstverständlich habe ich diese Frage Herrn Kauder persönlich gestellt und ebenso selbstverständlich wird die Antwort hier erscheinen. So sie denn kommt. Und die Links zu den entsprechenden Studien. So es diese denn gibt.

Damit die Diskussion nicht einschläft, war der 50-jährige Rottweil-Tuttlinger so freundlich, uns die Kernerkenntnis seiner sicher tiefschürfenden wissenschaftlichen Recherche knackig zusammenzufassen:

„Es geht bei dem Vorschlag allein um die Selbstverwirklichung von Lesben und Schwulen und nicht um das Wohl der Kinder.“

Aha. Wieder was gelernt.

Wer es schafft, mir drei nachvollziehbare Argumente zu liefern, die mir erklären, warum der Adoptionswunsch eines heterosexuellen Paares, das auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen weniger der Selbstverwirklichung desselben dient, als der Wunsch eines homosexuellen Paares, das auf natürlichem Wege eben auch keine Kinder bekommen kann, gewinnt eine von mir eine liebevoll selbst gebastelte Pappkrone, und wird von mir für den Rest seines Lebens nur noch mit: „Sehr wohl, eure unangefochtene Majestät der Meinungswissenschaft.“ angesprochen.

Na, Herr Kauder? Schreiben Sie mir schon?

Frau Haderthauer für ein modernes Deutschland!

Offener Brief an Christine Haderthauer, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen bezüglich Ihrer Äußerung zum Adoptionsrecht für Homosexuelle auf dem CSU Parteitag am 18. und 19. Juli 2009:

Sehr geehrte Frau Haderthauer,
mit großer Begeisterung habe ich Ihre Äußerungen am Rande des CSU-Parteitages am letzten Wochenende zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vernommen. Sie sagten wörtlich:

„Bei den homosexuellen Partnern habe ich persönlich die Auffassung, dass es wichtig ist, dass Kinder Vater und Mutter als Erziehungspersönlichkeiten erleben und das ist in dem Fall eben nicht gegeben, und deswegen bin ich eher kritisch dieser Frage gegenüber und würde momentan das Adoptionsrecht nicht befürworten.“

Ich freue mich sehr, dass endlich eine Politikerin den Mut hat, für die unbedingte Notwendigkeit der Anwesenheit beider Elternteile bei der Kindererziehung einzustehen. Ich schreibe Ihnen, weil ich sie ermutigen möchte den Gedanken konsequent zu Ende zu denken.

Es kann doch nicht sein, dass rund 2,8 Millionen Kinder in Deutschland bei Alleinerziehenden Müttern oder Vätern aufwachsen müssen und ihnen so eine Erziehungspersönlichkeit vorenthalten bleibt! Deshalb bitte ich Sie, sich auch endlich dafür stark zu machen, dass all diese Kinder schnellstens zur Zwangsadoption freigegeben werden und schon bald ihr volles Potential in einer freundlichen und intakten Pflegefamilie mit neuer Mutter und neuem Vater entfalten können.

Ich wünsche Ihnen auch weiterhin viel Kraft im Kampf für ein offenes, modernes Deutschland!

Eine eventuelle Antwort von Frau Haderthauer wird hier umgehend veröffentlicht.