10 Sätze & ein „Oh.“ über den Hitzlsperger-Hype

Ein prominenter Mann erklärt öffentlich, dass er sich in Männer verliebt.

Der deutsche Regierungssprecher lobt diesen Schritt im Namen der Bundesregierung, Ex-Außenminister Westerwelle zollt größten Respekt, Premierminister Cameron drückt seine Bewunderung aus, Fußballfunktionäre und andere Sportler erklären in jede Kamera wie toll, toll, toll sie alles finden. Die Kombination „Hitzlsperger“ und „Coming-Out“ erzielt nach vier Tagen 8,7 Millionen Treffer bei Google.

Sicher, dass das hier dieses 21. Jahrhundert ist, von dem alle reden? Irgendwie bin ich peinlich berührt.

Ich verstehe nichts von Fußball, aber sehr offensichtlich stimmt es leider, dass Hitzlspergers Schritt ein sehr, sehr mutiger war.

Es verstört mich, dass nur wenige Menschen diesen Hype so entlarvend finden wie ich. In einer Welt ohne Homophobie gäbe es nicht einmal die ihm zu Grunde liegende Story. Worüber wird eigentlich gestaunt? Dass allmählich dämmert, dass es im Fußball keinen einzigen Schwulen weniger gibt als in irgendeinem anderen Bereich der Gesellschaft?

Oh.

Ein Gedanke zu „10 Sätze & ein „Oh.“ über den Hitzlsperger-Hype“

  1. Ich bin ja auch der Meinung, dass gerade Westerwelle, der jetzt erst, nach seinem Regierungsamt bemerkt, dass er als Schwuler diskriminiert wird, da völlig verpasst hat, etwas zu bessern. Aber der Mann ist ja ohnehin eher für die Abspaltung von Minderheiten zu haben (dekadente H4-Empfänger), da sollte das nicht überraschen. Ansonsten, noch nie von Hitzlsperger gehört, aber Fußball interessiert mich auch nicht. Eher das drumherum, und wenn da jetzt eben jemand die Tür öffnen muss für outings, dann überrascht mich das null. Traurig, aber irgendwann zieht auch hier vermutlich die Aufklärung ein.

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